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Gang aufs Parkett hat keine Eile Delivery Hero spielt auf Zeit

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Über Plattformen wie Lieferheld.de oder Pizza.de können Kunde in 33 Ländern aus dem Angebot von über 300.000 Restaurants wählen.

picture alliance / dpa

Für Investoren zahlen sich Beteiligungen an Start-ups erst dann aus, wenn sie gewinnbringend verkauft werden oder an die Börse gehen. Trotzdem schiebt der Lieferdienst Delivery Hero den Schritt auf die lange Bank - und will vorher lieber seine Marktanteile ausbauen.

Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero will sich bei einem Börsengang nicht hetzen lassen. "Wir fühlen uns nicht gedrängt, an die Börse zu gehen", sagte Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg. Diesen Schritt werde das 2011 gegründete Start-up erst gehen, wenn die Vorteile die Nachteile überwögen. Östberg ließ komplett offen, wann das Marktdebüt Realität werden könnte. Beteiligungen an Start-ups zahlen sich für Investoren in der Regel erst in barer Münze aus, wenn sie gewinnbringend verkauft oder an die Börse gebracht werden.

Daher wird auch Delivery Hero langfristig den Schritt wagen müssen, gestand Östberg ein: "Natürlich wollen Investoren an einem Punkt Gewinne realisieren und wir müssen diesem Wunsch nachkommen." Lange Zeit galt das Berliner Unternehmen neben dem Kochbox-Lieferanten HelloFresh als einer der wahrscheinlichsten Börsenkandidaten aus dem Hause Rocket Internet. Doch beide Firmen schieben einen Gang aufs Parkett entgegen früherer Ankündigungen nun auf die lange Bank.

Im Fokus bei Delivery Hero steht derzeit, die Kosten im Bann zu halten und trotzdem Marktanteile auszubauen. "Wir sind im ersten Quartal trotz geringerer Marketingkosten schneller als jemals zuvor gewachsen", sagte der 36-Jährige, der die China-Sparte und den teuren Logistikservice Valk Fleet einstellte, um Kosten zu sparen. Nun sei das Geschäft größtenteils profitabel. Delivery Hero veröffentlicht allerdings kaum Zahlen. Bekannt ist lediglich, dass der Umsatz zu Jahresbeginn im Vergleich zum Schlussquartal 2015 um 17 Prozent anzog. Über die diversen Plattformen von Delivery Hero wie Lieferheld und Pizza.de können Kunden in 33 Ländern aus den Speisekarten von mehr als 300.000 Restaurants bestellen.

Die Berliner erhalten in der Regel pro Order eine Umsatzbeteiligung. Die Start-up-Schmiede Rocket Internet ist seit Anfang 2015 an Delivery Hero beteiligt und hält einen Anteil von 37 Prozent. Das Unternehmen mit rund 3000 Mitarbeitern wird seit der letzten Finanzierungsrunde mit fast drei Milliarden Euro bewertet. Östberg ist sich trotz der jüngsten Abwertungen in der Start-up-Szene sicher: "Für mich ist Delivery Hero noch viel mehr wert, weil ich weiß, was noch alles kommen wird." Das Geschäft sei nicht auf einem Traum aufgebaut.

Quelle: n-tv.de, jki/rts

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