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In den Ostalpen 1000 Bären hätten Platz

In den Ostalpen wäre nach dem Ergebnis einer Untersuchung der Umweltstiftung WWF Platz für rund 1000 Braunbären. In dem Gebiet, das Alpenregionen Österreichs, Bayerns, Italiens sowie Teilen der Schweiz und Sloweniens umfasst, lebten derzeit aber nur noch 38 Tiere, teilte der WWF (World Wide Fund for Nature) Deutschland am Mittwoch in Frankfurt mit. "Wenn wir jetzt nicht rasch handeln, sterben die Alpenbären endgültig aus", sagte WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. "Wir fordern alle Bärenländer auf, sich gemeinsam für die Rückkehr dieser faszinierenden Tiere stark zu machen!" Die 38 Tiere sind laut WWF die einzigen Braunbären in den gesamten Alpen, denn in den Westalpen gebe keine.

Rund 40 000 Braunbären leben jedoch nach Angaben des WWF in Russland, Schweden, Finnland und Norwegen sowie in den Karpaten, ihr Bestand ist nach Einschätzung der Naturschützer gesichert. Der Statusbericht über die Bärenbestände in Europa ist Teil des WWF-Projekts "Rettet die Alpenbären" und wurde von der Firma Bärenmarke unterstützt. Wildtierexperten der Universitäten Freiburg und Wien kommen darin gemeinsam mit dem WWF zum Ergebnis, dass sich rund 34 Prozent der Fläche der Ostalpen als Lebensraum für Bären eignen könnten. "Die wichtigste Voraussetzung für die Rückkehr und den dauerhaften Schutz der Bären ist jedoch die Akzeptanz der Menschen", sagte Homes.

Im vergangenen Jahr war der aus Norditalien stammende Braunbär "Bruno" nach Deutschland eingewandert und nach anfänglicher Freude von Naturschützern sowie Behörden als "Problembär" eingestuft worden. Er war der erste Braunbär seit 170 Jahren in Deutschland. Wegen mangelnder Scheu vor menschlichen Siedlungen war er wiederholt aufgefallen und unter anderem in einen Hühnerstall eingedrungen. Deshalb war das Tier am 26. Juni erlegt worden.

Quelle: ntv.de

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