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Ein Wetterextrem jagt das nächste 2013 war das sechstwärmste Jahr

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Auch Dürren sind eine Folge der Erderwärmung. In vielen Regionen der Welt ist Wasserholen ein hartes tägliches Brot, so wie hier in Pakistan.

(Foto: dpa)

Auf der Erde wird es wärmer - und immer deutlicher zeigen sich die Folgen. Wetterextreme wie Dürren, Stürme und Überschwemmungen prägten auch das Jahr 2013. In Australien war es noch nie heißer - woran der Mensch großen Anteil hatte, sind sich Experten sicher.

Das Jahr 2013 war einem aktuellen Bericht zufolge das sechstwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das zeige, dass sich die globale Erderwärmung fortsetze, berichtete die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf. Die Auswirkungen des Klimawandels seien überall auf der Welt spürbar gewesen, sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud bei der Vorstellung des Berichts anlässlich des Welttags der Meteorologie am 23. März. Als Beispiel nannte Jarraud den Taifun "Haiyan", der im November die Phillippinen verwüstet und mehr als 6000 Menschen das Leben gekostet hatte. Die Auswirkungen seien auch deshalb so dramatisch gewesen, weil der Meeresspiegel in der betroffenen Region in Folge der Erderwärmung gestiegen sei, sagte er.

Der Bericht nennt viele weitere Beispiele für Wetterextreme: die schlimmste Dürre der vergangenen 50 Jahre im Nordosten Brasiliens etwa, den breitesten bisher beobachteten Tornado im US-Bundesstaat Oklahoma und auch die zu Überschwemmungen führenden Starkregenfälle in Mitteleuropa.

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Warmer Winter: dünne Schneedecke neben einem Schlepplift bei Unterjoch (Bayern).

(Foto: dpa)

Die Überflutungen an Donau und Elbe seien die schlimmsten seit mindestens 1950 gewesen, so die WMO. In Passau sei der höchste Pegelstand seit 1501 gemessen worden. Deutschland habe 2013 zudem den viertwärmsten Winter seit Aufzeichnungsbeginn erlebt - mit Temperaturen, die gut drei Grad über dem langjährigen Mittel lagen.

Viele Hitzerekorde gebrochen

13 der 14 wärmsten Jahre weltweit seit Aufzeichnungsbeginn 1850 entfallen der WMO zufolge auf das 21. Jahrhundert. Jedes der vergangenen drei Jahrzehnte sei wärmer als das vorher gewesen. 2013 teilt sich den sechsten Rang in der Liste der heißesten Jahre mit dem Jahr 2007. Vielerorts wurden Hitzerekorde gebrochen. So wurden in Vioolsdrif in Südafrika am 4. März 47,4 Grad gemessen - der WMO zufolge der höchste bisher gemessene März-Wert für ganz Afrika. Auch in vielen asiatischen Städten wurden Hitzerekorde gebrochen.

Im Jahresmittel wurden auf der südlichen Erdhalbkugel besonders hohe Temperaturen gemessen, so die WMO. Für Australien sei 2013 das wärmste, für Argentinien das zweitwärmste und für Neuseeland das drittwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn gewesen. Eine im Bericht veröffentlichte Studie zeigt, dass die Hitzewelle in Australien ohne menschlichen Einfluss nahezu unmöglich gewesen wäre. "Das heißt, es gibt eine große Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Ereignisse in Australien auf menschengemachten Klimawandel zurückzuführen sind", sagte Jarraud.

Meeresspiegelanstieg um 19 Zentimeter

Auch auf die Entwicklung in den Ozeanen geht der Bericht ein. Sie seien ein immenser Puffer für das freigesetzte Kohlendioxid und die beim menschengemachten Treibhauseffekt gebildete Wärme. Bis etwa 2000 sei die meiste Wärme in der Meeresschicht bis 700 Meter Tiefe aufgenommen worden. Seither werde der Großteil in 700 bis 2000 Meter tiefem Wasser aufgenommen.

Vor allem wegen der daraus resultierenden Ausdehnung des Wassers und wegen der abschmelzenden Gletscher und Eisschilde sei der Meeresspiegel seit Beginn des 20. Jahrhunderts global um 19 Zentimeter angestiegen, heißt es im "WMO Statement on the Status of the Global Climate in 2013".

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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