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Donnerstag, 21. August 2008

Erfinder des "virtuellen Wassers": Allan erhält Wasserpreis

Der britische Wissenschaftler John Anthony Allan hat als Erfinder des "virtuellen Wassers" den Stockholmer Wasserpreis in Empfang genommen. Die mit 150.000 Dollar (100.000 Euro) dotierte Auszeichnung wurde dem Professor vom Londoner King's College am Donnerstag bei der Stockholmer Weltwasserwoche von Schwedens Kronprinzessin Victoria überreicht. Als "virtuelles Wasser" wird der Wasserverbrauch bezeichnet, der zur Herstellung von Produkten wie Weizen oder Saft nötig ist.

Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Allan "entscheidende Pionierarbeit zum Verständnis und der Vermittlung wasserrelevanter Themen geleistet hat". Beim Konzept des "virtuellen Wassers" habe er ein Modell für die Menge der weltweit immer knapperen Ressource Wasser entwickelt, die in die Produktion von Nahrungsmitteln und Konsumgütern eingeht.

140 Liter für eine Tasse Kaffee

So hat Allan ermittelt, dass in jeder Tasse Kaffee 140 Liter "virtuelles Wasser" enthalten sind, das für Wachstum, Herstellung, Verpackung und Versand der Bohnen eingesetzt worden ist. Ein Fleisch-Hamburger enthält nach diesem Rechenmodell 2400 Liter "virtuelles Wasser".

Die Jury meinte, Allan habe mit seiner Arbeit "großen Einfluss auf die globale Handelspolitik und die Forschung" sowie maßgeblich zur Neudefinition von Wasserpolitik und -management beigetragen. Der Brite hat auch Regierungen im Nahen Osten bei der konfliktträchtigen gemeinsamen Nutzung der dort sehr knappen Wasserressourcen beraten.

Die Auszeichnung wird seit 1991 in Verbindung mit der Weltwasserwoche in Schwedens Hauptstadt vergeben. Bisher einziger deutscher Preisträger war 2003 der Münchner Forscher Peter A. Wilderer.

Quelle: n-tv.de