Wissen

Pflanze bezahlt Insekt Ameisen verbreiten Klee

Der spanische Asphaltklee hat einen cleveren Weg gefunden, um den Appetit von Ernteameisen für die eigene Verbreitung zu nutzen. Die Insekten fressen die Samen der Pflanze und schleppen sie dafür zunächst in den eigenen Bau. Der Klee hat darauf reagiert und die Hülle vieler seiner Samen so sehr verdickt, dass sie von den Mundwerkzeugen der Ameisen nicht mehr geknackt werden können.

Diese „harten Nüsse“ landen daraufhin auf einem Abfallberg außerhalb des Ameisenbaus, wo weit entfernt von der ursprünglichen Pflanze neuer Klee wachsen kann. Das berichtet eine Gruppe um Jordi Oliveras von der Universität im spanischen Girona im Journal „Naturwissenschaften“. Der Klee Psoralea bituminosa schützt mehr als zwei Drittel (69 Prozent) seiner Samen auf diese Weise. Mit dem essbaren Rest entlohnt die Pflanze gewissermaßen die Insekten für ihre Mühen.

Forscher wühlen im Ameisen-Müll
Oliveras und seine Kollegen hatten das Zusammenspiel auf einem brachliegenden Feld in Spanien beobachtet. Dort sammelten die Forscher auch Samen von den Abfallbergen der Ameisen und direkt bei den Pflanzen. Der Anteil harter Samen auf dem Müll war höher als direkt am Klee – ein Zeichen dafür, dass die Ernteameisen (Messor barbarus) gefressen hatten, was zu knacken war. Die Forscher haben bisher nicht untersucht, ob die besonders harten Samen auch besonders gut keimen und zur erwachsenen Pflanze werden – dies könnten spätere Experimente überprüfen, heißt es in dem Journal.

Quelle: ntv.de