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Diabetes vom Typ 2 Aminosäuren zeigen Risiko an

Forscher finden heraus, dass körpereigene Aminosäuren das Risiko anzeigen, an Diabetes des Typs 2 zu erkranken. Möglicherwise könnten spezielle Aminosäuren-Profile künftig dazu dienen, der Krankheit vorzubeugen.

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Ein Diabetiker bereitet seine Insulin-Spritze vor.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Bestimmte Aminosäuren können ein erhöhtes Risiko für Diabetes vom Typ 2 möglicherweise schon Jahre im Voraus ankündigen. Das geht aus einer umfangreichen Studie von Forschern der Harvard-Medical School in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) hervor.

Im Journal "Nature Medicine" berichten Thomas Wang und Kollegen von ihrer Auswertung der Framingham Offspring-Langzeitstudie, für die zwischen 1991 und 1995 detaillierte Gesundheitsdaten von 2422 Menschen genommen wurden. 201 davon waren zum Untersuchungszeitpunkt gesund, hatten aber zwölf Jahre später einen Typ 2-Diabetes entwickelt.

Das Team verglich nun die umfangreichen Analysen von Stoffwechselprodukten dieser 201 Personen mit denen von 189 weiteren Studienteilnehmern, die keinen Diabetes bekamen. Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index sowie die Nüchtern-Zuckerwerte wurden dabei berücksichtigt. Es zeigte sich: Erhöhte Werte der fünf Aminosäuren Leucin, Isoleucin, Valin, Phenylalalin oder Tyrosin steigerten die Wahrscheinlichkeit für einen späteren Diabetes um 57 bis 102 Prozent. Waren drei Aminosäuren gleichzeitig erhöht, stieg das Diabetes-Risiko sogar um mehr als das Fünffache.

Diabetes vorbeugen

Dieses Ergebnis fanden die Forscher durch die ergänzende Auswertung aus der "Malmö Diät und Krebsstudie" bestätigt. Auch dort verglichen Wang und Kollegen die Werte von je 163 Gesunden und 163 Menschen, die Diabetes bekamen.

"Zusätzlich dazu, dass sie als Krankheits-Biomarker dienen, könnten diese Stoffwechselprodukte auch eine noch unbekannte Rolle als Regulationssignale mit Hormon-ähnlichen Funktionen haben oder aber Effektoren des Krankheitsprozesses selbst sein", schreiben die Autoren. Sie hoffen, dass spezielle Aminosäuren-Profile künftig dazu dienen können, der Krankheit vorzubeugen.

Quelle: ntv.de, dpa

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