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"Mord an der Geschichte" Antike Stadt versinkt im Stausee

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Auch die uralte Stadt Hasankeyf soll nach den Plänen Ankaras in einem Stausee versinken. Hier geht es um die Stromgewinnung.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Stausee in der Nähe der türkischen Stadt Allianoi soll der Bewässerung von Feldern in der Umgebung dienen. Dabei werden jedoch antike Ruinen überflutet.

Die Ruinen einer antiken Stadt in der Türkei gehen in den Fluten eines Stausees unter. Nach Schließung der Tore eines Staudamms im Westen der Türkei habe das Wasser die Ruinen von Allianoi in der Nähe von Pergamon erreicht, melden türkische Medien. Wissenschaftler und Staudammgegner hatten in den vergangenen Jahren versucht, die Überflutung der Stadt zu verhindern. Ein Anwalt der Staudammgegner, Arif Ali Cangi, warf den Behörden vor, noch vor Abschluss des Rechtsstreits mit der Flutung begonnen zu haben und einen "Mord an der Geschichte" zu begehen.

Vor einigen Jahren hatte die Zerstörung der wegen ihrer spektakulären Mosaike berühmten antiken Stadt Zeugma durch einen Stausee in Südostanatolien für Proteste gesorgt. Auch die uralte Stadt Hasankeyf soll nach den Plänen Ankaras in einem Stausee versinken, der der Stromgewinnung dienen soll; die Türkei erzeugt rund 20 Prozent ihres Energiebedarfs durch Wasserkraft. Der Stausee bei Allianoi soll allerdings nicht der Energiegewinnung, sondern der Bewässerung von Feldern in der Umgebung dienen. Anwalt Cangi sagte, die Staudammgegner würden ihren Kampf vor Gericht fortsetzen.

Quelle: ntv.de, AFP

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