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Superfood: Gurgeln und Schlucken Corona-Schutz aus der Natur?

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Aroniabeeren und der Saft daraus werden oft auch als Superfood bezeichnet.

(Foto: imago images/Westend61)

Gurgeln könnte als weitere Schutzmaßnahme gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 eine wichtige Rolle einnehmen. Bisher wird auf handelsübliche Mundspülungen verwiesen. Doch auch ein Saft aus dunklen Beeren ist möglicherweise hochwirksam.

Für die Studie untersuchte das Forscherteam die Wirkungen vom Schwarzen Apfelbeersaft, der auch als Aroniasaft bezeichnet wird, von Granatapfelsaft (Punica granatum) und Grünem Tee (Camellia sinensis) sowohl auf Sars-CoV-2 als auch auf Influenza A und Adenoviren Typ 5. Alle Viren wurden im Reagenzglas mit den pflanzlichen Stoffen konfrontiert. Dabei sah das Forscherteam, dass alle drei Lebensmittel sowohl Sars-CoV-2 als auch die Influenzaviren angriffen. Am wirksamsten zeigte sich dabei der Aroniasaft.

Die Forschenden sind sich darüber im Klaren, dass die ermittelten Wirkungen von pflanzlichen Stoffen auf Viren im Reagenzglas zur Grundlagenforschung gehört und weitere Forschungen dringend nötig sind. Auch wenn Ergebnisse aus einer Grundlagenforschung eine Eins-zu-eins-Übertragung auf Menschen ausschließt, sei es dennoch denkbar, dass orales Spülen mit den getesteten Mitteln die Viruslast in der Mundhöhle mindern und dadurch auch die Virusübertragung verringern kann. Das schreiben die Forscher zu ihren Ergebnissen, die bereits als Reprint veröffentlicht wurden.

Genauso sieht es auch Professor Dr. med. Bernhard Uehleke, der nicht an der Studie beteiligt war: "Durch das Gurgeln mit Aroniasaft ist möglicherweise eine wirksame Bekämpfung gegen Sars-CoV-2 möglich", erklärt der Wissenschaftler, der hauptsächlich in den Bereichen Naturheilkunde und Phytotherapie arbeitet, in einem Gespräch mit ntv.de. "Denkbar ist, dass die Gerbstoffe des Aroniasaftes die Kontaktstellen im Mund und Rachenraum, an denen die Viren andocken, inaktivieren, sodass die Viren dort nicht eindringen können." Diese lokale Wirkung könne auch mit den Gerbstoffen des Grünen Tees, der länger ziehen gelassen wird, erzeugt werden, ergänzt Uehleke. Allerdings habe sich der Aroniasaft in den Labortests am wirksamsten gegen das Covid-19 auslösende Virus gezeigt.

Schutz, solange es sich pelzig anfühlt

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Ganz konkret rät der Mediziner, den Saft zuerst schluckweise im Mund hin und her zu befördern, dann möglichst weit hinten im Rachen damit zu gurgeln und schließlich zu schlucken. So könnten die möglichen Kontaktstellen, auf die das Virus trifft, benetzt und eventuell geschützt werden, so der Experte. Denkbar sei ein virushemmender Schutz von ein bis zwei Stunden, mindestens aber so lange, wie das leicht pelzig-zusammenziehende Gefühl im Mund anhalte. Grundsätzlich könne mehrfach am Tag so verfahren werden, beispielsweise vor oder nach dem Einkaufen, einer Fahrt im Bus oder Kontakten am Arbeitsplatz. Besonders gefährdete Personengruppen wie Erzieher, Lehrer oder das gesamte Gesundheitspersonal könnten den Aroniasaft häufiger einsetzen, da er als Lebensmittel problemlos vertragen werde.

Über den Einsatz von Mundspülungen als wirksames Mittel in der Corona-Pandemie wurde bereits mehrfach diskutiert. Der Hygieneexperte Klaus-Dieter Zastrow von der FU Berlin regte beispielsweise an, potenzielle Corona-Infizierte mit medizinischen Mundspülungen gurgeln zu lassen. Doch im Unterschied zu den getesteten natürlichen Mitteln können diese nicht geschluckt werden - und obendrauf gibt es beim Aroniasaft noch eine gute Portion Vitamine.

Quelle: ntv.de