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Montag, 20. Juli 2009

Herzen schlagen im Gleichklang: Atmung beeinflusst Ungeborenes

Hebamme_Schwangerschaft.jpgDie Herzen von Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern schlagen zeitweise synchron. Dieses Verhalten wird maßgeblich durch den Atemrhythmus der Mutter beeinflusst. Das haben Wissenschaftler des Grönemeyer-Instituts für Mikrotherapie und des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie der Universität Witten/Herdecke rund um Peter van Leeuwen und Dietrich Grönemeyer u.a. in Zusammenarbeit mit Jürgen Kurths vom vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung herausgefunden. Das zu Grunde liegende mathematische Verfahren könnte genutzt werden, um Komplikationen in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen und um Mutter und Kind in der Schwangerschaft besser zu überwachen.

Schwangere berichten häufig, dass sie eine besondere Beziehung zu ihren ungeborenen Kindern verspüren. Der Grund für diese Verbindung könnte zum Teil die Synchronisation des Herzschlags sein. Der Gleichklang wird maßgeblich vom Atemrhythmus der Mutter beeinflusst, berichtet nun das Forscherteam rund um Peter van Leeuwen, Leiter der Abteilung Biomagnetismus am Lehrstuhl für Radiologie und Mikrotherapie der Universität Witten/Herdecke, der Online-Ausgabe des Magazins "Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)".

Fötus passt sich an

"Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass der Fötus in der Lage ist, den Herzschlag seiner Mutter wahrzunehmen und seinen Herzschlag daran anzupassen. Zum ersten Mal ist es gelungen, in einem so frühen Stadium das enge körperliche, möglicherweise sogar emotionale Zusammenspiel zwischen Mutter und Kind bereits im Mutterleibzu dokumentieren", so Lehrstuhlinhaber Dietrich Grönemeyer.

Die Wissenschaftler konnten einen Algorithmus entwickeln, der das synchrone Verhalten in Messdaten identifizieren kann. Dieser mathematische Ansatz macht es möglich, das Zusammenspiel der Herzen als deutliche Interaktion zu deuten. "Das Verfahren kann Aufschluss über die vorgeburtliche Entwicklung des Herz-Kreislauf- und möglicherweise auch des Nervensystems des Ungeborenen geben. Möglicherweise sind wir sogar in der Lage, Erkrankungen des Ungeborenen so frühzeitig festzustellen", sagt Peter van Leeuwen.

Quelle: n-tv.de