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Rowdytum im Tal des Todes Autofahrer ruiniert absichtlich Naturwunder

Das war pure Absicht: Im schwer zugänglichen Death Valley gibt es wandernde Felsen, die Spuren hinterlassen. Ein Autofahrer rast wild darüber und zerstört so das Naturwunder. Doch damit nicht genug, er hinterlässt auf einem der Steine sogar Initialen.

Ein Autofahrer hat das Naturwunder der "Wandernden Felsen" im kalifornischen "Tal des Todes" beschädigt. Abdrücke von Autoreifen durchziehen das Gelände im Death-Valley-Nationalpark. Das berichtet der "Spiegel".

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Einer der mit GPS ausgerüsteten wandernden Felsen im kalifornischen Death Valley.

(Foto: Mike Hartmann/dpa)

Der Fotograf Kurt Lawson, der die Abdrücke der Autoreifen in der Region entdeckt hat, ist empört. "Ganz üble Menschen sind dort gewesen", schreibt er in seinem Blog, auf dem er auch die Bilder der Beschädigungen zeigt. Eine rund 16 Kilometer lange Spur verrät, dass das Fahrzeug mehrere Male kreuz und quer gefahren ist, obwohl das Befahren und Betreten der Region streng verboten ist.

"Es ist extrem frustrierend, so etwas zu sehen", zitiert das "Las Vegas Review-Journal" Park-Managerin Abby Wines. Man werde der Sache nachgehen. Einen konkreten Plan, wie man die Spuren wieder beseitigen kann, gab es zunächst nicht.

Die teils mehrere Hundert Kilogramm schweren Brocken haben über Jahrzehnte Wissenschaftler verblüfft. Ab und zu bewegen sie sich wie von Zauberhand Hunderte Meter weit und hinterlassen eine Art Schleifspur hinter sich. Das Phänomen sorgte für eine Reihe von Spekulationen: Erdbeben, Algen, Tiere oder sogar Außerirdische wurden dafür verantwortlich gemacht.

Eis als Ursache

Seit mehr als 100 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit den "Wandernden Felsen". Erst im Herbst 2014 meldeten US-Forscher mit Hilfe moderner GPS-Technik des Rätsels Lösung: Wenn es regnet, gefriert in seltenen Fällen das Wasser auf dem Gelände, auf dem die Steine stehen. Wenn an sonnigen Tagen das Eis wieder schmilzt, entstehen kleine Schollen. Diese werden vom Wind über die dünne Eisfläche getrieben und können die Steine in Bewegung setzten. Für diesen Effekt genügen schon milde Brisen.

Der Fotograf Kurt Lawson hatte die Reifenabdrücke Mitte September diesen Jahres auf dem abgelegenen Gelände entdeckt und abgelichtet. "Ganz üble Menschen sind dort gewesen", schrieb Lawson in seinem Blog, in dem er die Fotos veröffentlichte. Die Unbekannten hätten zudem die Initialen "D.K." auf einen Felsen geschmiert.

Die "Wandernden Felsen" befinden sich in der sogenannten Racetrack Playa, einem ausgetrocknetem See im Nordwesten des US-amerikanischen Nationalparks. Um die Felsen zu besichtigen, nehmen jährlich zahlreiche Touristen eine anstrengende Fahrt zu dem nur schwer zugänglichen Gelände auf sich. Das Befahren und Betreten des Wüstenbodens ist aber strikt verboten.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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