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Nicht etwa Wellen und Schaumkronen sind hier im Bild, sondern Bimsstein-Schollen.
Nicht etwa Wellen und Schaumkronen sind hier im Bild, sondern Bimsstein-Schollen.(Foto: dpa)
Montag, 13. August 2012

"Das Bizarrste, was ich gesehen habe": Bimsstein-Rätsel ist gelöst

Hier kommt der Autor hin

Schollen poröser Steine treiben auf dem Südpazifik - und das in einem riesigen Areal. 463 mal 55 Kilometer ist die betroffene Fläche groß. Die neuseeländische Marine steht vor einem Rätsel, ebenso Wissenschaftler, die das Phänomen erklären sollen. Doch nun ist die Nuss geknackt: Ein Unterwasservulkan ist schuld.

Über tausende Quadratkilometer hinweg treiben riesige Mengen an Bimsstein auf dem Südpazifik. "Es ist das Bizarrste, was ich in 18 Jahren Seefahrt gesehen habe", sagt ein Leutnant, der das Phänomen von einem Marineschiff aus beobachtet. "Das Gestein leuchtet unter unseren Spotstrahlern strahlend weiß und sieht aus wie Schelfeis." Doch in dem Areal zwischen Neuseeland und Tonga ist kein Schelfeis zu erwarten.

Die Wissenschaftler des neuseeländischen Instituts für Geo- und Kernforschung (GNS Science) standen vor einem Rätsel. Nun haben sie es gelöst: Eine Serie kleinerer Erdbeben hat einen bislang schlafenden Unterwasservulkan geweckt, so ein Forscher. Rund 1100 Meter tief liegt der Havre-Vulkan unter der Meeresoberfläche, ganz in der Nähe der unbewohnten vulkanischen Kermadec-Inseln 1000 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.

Mit Hilfe französischer Forscher auf Tahiti sind die Neuseeländer dem Phänomen auf die Spur gekommen. "Als sie ihre Aufzeichnungen prüften, stellten sie fest, dass sie am 17. und 18. Juli rund 157 Erdbeben mit Stärken zwischen 3,0 und 4,8 registriert hatten", berichtet Cornel de Ronde vom Geo-Institut. Die Beben erweckten den Vulkan zum Leben. Bislang war von ihm kein Ausbruch bekannt.

Bei Bimsstein handelt es sich um aufgeschäumte Lava. Das poröse Material entsteht, wenn in bestimmten Magma-Arten chemisch gebundene Gase beim Vulkanausbruch plötzlich frei werden und Bläschen bilden. Das Gestein ist so leicht, dass es an der Oberfläche schwimmt. Im aktuellen Fall triebe es mehrere hundert Kilometer Richtung Süden.

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Quelle: n-tv.de