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Ohne Rauschzustände Cannabis lindert Schmerzen

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In Hanfpflanzen ist das wirksame Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit vielen tausend Jahren lindert der Wirkstoff der Hanfpflanze, kurz THC genannt, Schmerzen. Aus diesem Grund sind Forscher auf der Suche nach einem Mittel, das zwar die Schmerzen bekämpft, gleichzeitig jedoch keine rauschartigen Zustände erzeugt. Tests an Mäusen sind vielversprechend.

Schmerzlinderung durch Cannabis ja – psychomotorische Beeinträchtigung nein: US-Forscher haben einen Ansatz gefunden, den Cannabis-Bestandteil THC so zu verändern, dass er zwar Schmerzen beeinflusst, aber keine rauschartigen oder halluzinatorischen Wirkungen hervorruft. Bislang wurde dies nur bei Mäusen getestet, die Forscher hoffen aber, dass ihre Ergebnisse bei der Entwicklung neuer Schmerzmedikamente eine Rolle spielen können. Li Zhang und Wei Xiong von den staatlichen US-Gesundheitsinstituten in Bethesda (Maryland, USA) berichten über ihre Ergebnisse im Fachjournal "Nature Chemical Biology".

Cannabis ist seit langem in der Diskussion, auch als Arzneimittel eingesetzt zu werden, unter anderem bei Krebspatienten mit starken Schmerzen oder aber bei Multipler Sklerose und Depressionen. Laut den Studienautoren besteht es aus rund 400 chemischen Komponenten. In einigen Ländern ist die Nutzung erlaubt. In Deutschland muss eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, damit Patienten Cannabis oder Medikamente auf der Basis von Cannaboiden nehmen dürfen.

Die Forscher näherten sich ihren Ergebnissen auf mehreren Schritten. Sie untersuchten den Stoff THC (Tetrahydrocannabinol) im Hinblick darauf, an welchen Rezeptoren er ansetzt. Sie identifizierten Rezeptoren, die die unterschiedlichen Wirkungen von THC vermitteln. Zhang und Kollegen veränderten das Erbgut von Mäusen so, dass den Nagern bestimmte Rezeptoren fehlen. Zusammengenommen konnten sie so THC-ähnliche Stoffe entwickeln. Diese aktivierten zwar Glyzin-Rezeptoren, die bei der Schmerzvermittlung beteiligt sind, aber nicht CB1R-Rezeptoren, die die psychoaktiven Wirkungen auslösen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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