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Ozonloch schützt nicht mehr Der Südpol schmilzt ab

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Drei Kehlstreifpinguine stehen auf einer Eisscholle in der Antarktis.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Schmelzendes Eis aus der Antarktis kann bis Ende des Jahrhunderts zu einem Anschwellen der Meeresspiegel von bis zu 1,4 Metern führen. Zudem droht die Temperatur am Südpol in diesem Zeitraum um drei Grad Celsius zu steigen, wie aus einer in London vorgestellten Studie hervorgeht. Überraschenderweise habe das Ozonloch den Großteil der Antarktis in den vergangenen 30 Jahren vor einer Erwärmung geschützt. Allerdings werde die Region in Zukunft die vollen Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen, warnten die Forscher kurz vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen.

Die Erwärmung um drei Grad löse zwar nicht die Haupt-Eisfläche auf. Gefahr drohe der Antarktis vielmehr von steigenden Temperaturen des Ozeans. Das wärmere Wasser zerstöre Eiswände, die ins Meer hineinragen und bislang als Barriere die Schmelze verzögerten, teilten die Wissenschaftler weiter mit. Abgesehen von den Folgen für den weltweiten Meeresspiegel wirke sich die Erwärmung der Antarktis auch auf das Ökosystem der Region aus. Die Zahl der Pinguine gehe zurück, Muscheltiere seien bedroht.

Schützende Wirkung des Ozonlochs verschwindet

Derzeit schrumpfe im westlichen Teil der Antarktis die Eisfläche stark, während sie in anderen Gegenden des Kontinents zuletzt wuchs. Grund für die dortigen kälteren Temperaturen sei allerdings ein kühlender Effekt des Ozonlochs, der in Zukunft abklingen werde. "Das Ozonloch hatte die Antarktis von den Auswirkungen der Erderwärmung bewahrt", sagte der britische Antarktisforscher Professor John Turner.

Der Wissenschaftliche Ausschuss für Antarktisforschung (Scientific Committee on Antarctic Research - SCAR) hatte für den Bericht die neuesten Erkenntnisse von mehr als 100 weltweit führenden Wissenschaftlern aus 13 Ländern zusammengefasst.

Quelle: ntv.de, dpa