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Sternschnuppenregen der Geminiden Die Nacht der Wünsche naht

Weihnachtszeit ist Sternschnuppenzeit: Der Meteor-Strom der Geminiden erreicht am Dienstag sein Maximum. Die besonders hellen Sternschnuppen können bei wolkenlosem Himmel sogar in der Großstadt bewundert werden.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Einen der prächtigsten Meteor-Schwärme des Jahres können Himmelsgucker nächste Woche am vorwinterlichen Firmament bewundern. Der Strom der Geminiden erreicht am 14. Dezember sein Maximum - bei wolkenfreiem Himmel werden morgens vor Sonnenaufgang und abends nach Einbruch der Dunkelheit dutzende Meteore pro Stunde zu sehen sein. Auf die Geminiden dürften sich also besonders jene freuen, die beim Anblick einer Sternschnuppe an die Erfüllung eines Wunsches glauben - auch und gerade in der Vorweihnachtszeit.

Der nach dem Sternbild Zwillinge (lateinisch gemini) benannte Schwarm bringt besonders viele und helle Sternschnuppen hervor, die bei klarem Wetter auch am Himmel über lichtdurchfluteten Großstädten zu sehen sind. Dennoch stehen die Geminiden meist im Schatten der wesentlich bekannteren Perseiden, die im Sommer auf die Erde niedergehen. Dass die Geminiden so wenig populär sind, liegt vor allem an der Jahreszeit ihres Auftretens: Das kalte und oft auch trübe Dezember-Wetter bietet Sternschnuppen-Jägern nun einmal unbequemere Beobachtungsbedienungen als laue Sommernächte.

Geminiden weisen Besonderheiten auf

Das Sternbild der Zwillinge mit seinen hellen Hauptsternen Castor und Pollux stand übrigens Pate bei der Namensgebung für den Geminiden-Schwarm, weil die Sternschnuppen aus genau dieser Richtung zu fallen scheinen - diesen Ausgangspunkt der Meteorbahnen bezeichnen die Astronomen als Radiant. In Wahrheit entstammen die Schnuppen freilich einer Staubwolke, die unsere Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um dieselbe Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, in der sie dann Sternschnuppen erzeugen.

Dies gilt zwar für alle Sternschnuppen-Schauer, doch die Geminiden weisen einige Besonderheiten auf. So ziehen die Meteore des Stroms vergleichsweise langsam über den Himmel. Grund ist die geringe Geschwindigkeit, mit der die Geminiden-Teilchen in die Atmosphäre eintauchen. Als weitere Eigentümlichkeit der Geminiden gilt, dass in den Stunden des Sternschnuppen-Maximums zunächst die lichtschwächeren und erst am Ende die hellsten Meteore aufleuchten. Auf besonders leuchtstarke Sternschnuppen dürfen Himmelsgucker also in diesem Jahr am Dienstagabend hoffen. Diese hellen Geminiden leuchten dann meist gelblich-weiß.

Woher kommen die Geminiden?

Ungewöhnlich ist auch der Ursprung der Staubwolke, die für das winterliche Sternschnuppen-Spektakel verantwortlich ist. In der Regel gehen Meteor-Schauer auf winzige Überreste von Kometen zurück - Schweifsterne, die bei der Annäherung an die heiße Sonne Gas und Staub freisetzen, der sich dann über die Kometenbahn verteilt. So liegt der Ursprung der spektakulären Perseiden im August in der kosmischen Staubspur des Kometen "Swift-Tuttle", der alle 130 Jahre der Sonne einen Besuch abstattet.

Anders die Geminiden-Staubwolke: Sie stammt nicht von einem Kometen, sondern geht offenkundig auf einen Asteroiden zurück - einen festen Kleinkörper unseres Sonnensystems, der anders als Kometen keine flüchtigen Bestandteile aufweist. Der Geminiden-Asteroid heißt Phaeton und umrundet die Sonne auf derselben Bahn wie die Staubwolke in rund eineinhalb Jahren.

Zwar schien mit der Entdeckung Phaetons 1983 die Herkunft der Geminiden geklärt. Allerdings mussten die Astronomen nun erklären, wie ein solch kompakter Himmelskörper eine Staubwolke auf seiner Umlaufbahn hinterlassen kann. Eine denkbare Antwort wäre, dass Phaeton früher ein Komet war - ein Schweifstern, von dem nichts anderes übrig geblieben ist als sein längst erloschener Kern.

Quelle: ntv.de, Richard Heister, AFP

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