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Harte Zeiten für Europa Die Winter werden kälter

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Wintertemperaturen in Europa werden maßgeblich von den Vorgängen in der Barents-Kara-See in der östlichen Arktis bestimmt. Das finden Forscher mit Hilfe von Computersimulationen heraus. Erderwärmung und kalte Winter sind für die Forscher damit kein Widerspruch mehr.

Die Erderwärmung könnte in Zukunft kalte Winter nach Europa bringen. Eine große Rolle räumen die Forscher dem Barents-Kara-See in der östlichen Arktis ein. Eine entsprechende Studie des Teams um Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wurde nun im "Journal of Geophysical Research" veröffentlicht.

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(Foto: NormanEinstein)

"Harte Winter wie der vergangenen Jahres widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher", erklärt Petoukhov. Durch die Erderwärmung schrumpft das Eis im Meer. So werden örtlich die unteren Luftschichten aufgeheizt. Das wiederum kann zu starken Störungen der Luftströmungen führen.

Petoukhov und seine Kollegen spielten solche Szenarien in mehreren Simulationen mit Hochleistungsrechnern und dem Fokus auf die Barents-Kara-See nördlich von Norwegen und Russland durch. Sie ließen die Eisdecke schrittweise von 100 auf ein Prozent schmelzen.

Keine vorhersehbaren Auswirkungen

Die Ergebnisse schwankten zwischen Erwärmung über Abkühlung wieder zur Erwärmung, erklärt Petoukhov. Es lasse sich also kein linearer Zusammenhang zwischen Lufttemperatur, Winden und Schmelzen der Eisdecke erkennen. Daraus schlussfolgern die Forscher, dass eine Erwärmung über der Barents-Kara-See kalte Winterwinde nach Europa bringen könnte.

Die bisherigen Erklärungsversuche von kalten Wintern in Zusammenhang mit der Erderwärmung, wie die Aktivität des Golfstroms und die verringerte Sonnenaktivität, hält Petoukhov für eine "Übertreibung der Effekte". Ihm gehe es nicht um Wettervorhersagen für den nächsten Tag, sondern um langfristige Veränderungen des Klimas. "Vermutlich weiß niemand", sagt er, "wie rau der Winter dieses Jahr wird."

Quelle: n-tv.de, jze

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