Wissen

Gezielte Beeinflussung des Hirns Drogen, die man hören kann

Es gibt Musik, die wirkt wie LSD oder Kokain. Langfristiger Konsum kann durchaus zu Angstzuständen führen, doch ein Suchtpotenzial besteht offenbar nicht.

psychedelisch.jpg

Alles so schön bunt hier ... Das geht offenbar auch mit Musik.

(Foto: Wikipedia / Hendrike)

Drogen lassen sich nicht nur schlucken, rauchen oder spritzen, sondern auch hören. Im Internet ist es nach Angaben der Pariser Neuropsychologin Brigitte Forgeot möglich, Musikdateien herunterladen, die auf den Zuhörer wie LSD oder Kokain wirken. Dabei werden in beide Ohren Tonpaare übertragen, die zwar ähnlich sind, deren Frequenz sich aber unterscheidet.

Dank dieser Methode könne die Hirnaktivität gezielt beeinflusst werden, sagt Forgeot, die eine wissenschaftliche Arbeit über die klinischen und neuropsychologischen Wirkungen beim Anhören dieser Tonpaare geschrieben hat. Die Töne könnten im Hirn langsame Aktivitätswellen zur Entspannung oder schnelle Wellen zur Förderung von Konzentration und Aufmerksamkeit erzeugen.

Schlafstörungen, aber keine Gewöhnung

Führend bei den Hör-Drogen ist die Website I-Doser.com. Dort stehen dem Nutzer fast 200 Hörproben zur Auswahl. Voraussetzung für die Wirksamkeit der Toncollagen ist ein Stereo-Kopfhörer, damit die Töne in beide Ohren dringen.

Eine der teuersten Hör-Drogen namens "Tor zum Hades" führt den Nutzer laut Anbieter 30 Minuten lang in einen schrecklichen Alptraum. Die Wirkung ende aber sofort, wenn die Töne abgeschaltet werden, tröstete Forgeot. Allerdings könne der langfristige Konsum von Hör-Drogen wie bei Psychopharmaka auch Schlafstörungen oder Angstzustände verursachen. Ein Suchtpotential haben die Hör-Drogen laut Forgeot aber nicht. Es trete kein Gewöhnungseffekt ein, und der Konsument verspüre auch nicht den Drang, die Dosis zu erhöhen.

Quelle: n-tv.de, AFP