Wissen
Samstag, 21. August 2010

Forscher schlagen Alarm : Erdbeben in Kalifornien überfällig

US-Wissenschaftlern zufolge wird Kalifornien alle 45 bis 144 Jahre von einem Erdbeben heimgesucht. Das letzte große Erdbeben liege mehr als 150 Jahre zurück - ein starker Erdstoß sei deshalb längst überfällig, warnen die Forscher.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Kalifornien könnte wesentlich früher als bislang angenommen wieder von einem starken Erdbeben erschüttert werden. Zu diesem Schluss sind US-Wissenschaftler gekommen, die die Häufigkeit der Beben entlang der San-Andreas-Verwerfung in den vergangenen 700 Jahren neu bemessen haben. Wie die Experten der Universitäten von Irvine und Tempe erklärten, wurde die Region alle 45 bis 144 Jahre von einem Erdbeben der Stärke 6,5 bis 7,9 erschüttert. Das letzte große Erdbeben, auch "Big One" genannt, ereignete sich 1857, also vor 153 Jahren. Daraus schließen die Experten, dass der US-Bundesstaat jederzeit von einem starken Beben heimgesucht werden könnte.

Wie die Wissenschaftler betonen, deren Studie in voller Länge im September in dem Magazin "Geology" erscheinen wird, haben sich die bisherigen Annahmen als falsch erwiesen, wonach ein größeres Erdbeben in Kalifornien nur alle 250 bis 400 Jahre stattfand. Ihre Erkenntnisse bedeuteten, dass sich die Bewohner auf ein mögliches Beben vorbereiten sollten, sagte die Leiterin der Untersuchung, Lisa Grant Ludwig. Dazu gehörten Wasser- und Lebensmittelvorräte und Notfallpläne für Familien.

Im Süden Kaliforniens leben rund 37 Millionen Menschen, vor allem in den Städten Los Angeles, San Diego und Anaheim. Ein starkes Erdbeben könnte nach Ansicht der Wissenschaftler zwischen 2000 und 50.000 Menschen töten und Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Dollar anrichten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de