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Ein bereits hartgekochtes Ei wird in der Mikrowelle im Wasserbad aufgewärmt. Damit nicht die Fetzen fliegen, steckt es in einer Socke.
Ein bereits hartgekochtes Ei wird in der Mikrowelle im Wasserbad aufgewärmt. Damit nicht die Fetzen fliegen, steckt es in einer Socke.(Foto: picture alliance / -/Charles M. )
Mittwoch, 06. Dezember 2017

So laut wie ein Düsenjet: Explodierendes Ei kann das Gehör schädigen

Als ein Restaurant-Gast in ein Ei beißt, gibt es einen Knall. Das hartgekochte Ei war explodiert - und zwar in seinem Mund. Das hat so unangenehme Folgen, dass sich Akustikexperten näher mit dem Fall beschäftigen. Jetzt präsentieren sie ihre Ergebnisse.

Es war ein ungewöhnlicher Unfall in den USA: Ein Restaurantbesucher biss in ein hartgekochtes Ei, das in der Mikrowelle nochmals erwärmt worden war. Das Ei explodierte in seinem Mund und führte dabei nicht nur zu Verbrennungen, sondern auch noch zu einem Hörschaden.

Jetzt haben US-amerikanische Akustikexperten sich näher mit explodieren Eiern befasst. Das Ergebnis präsentierten sie auf einem Treffen der Amerikanischen Akustik-Gesellschaft in New Orleans: Es ist zwar unwahrscheinlich, dass ein im Mund zerberstendes Ei Hörschäden verursacht, doch ausgeschlossen ist es nicht. Warum aber explodierte das bereits hartgekochte Ei überhaupt? Und warum nicht in der Mikrowelle, sondern erst im Mund?

Knall mit bis zu 133 Dezibel

Um das herauszufinden, erhitzten Anthony Nash und Lauren von Blohn fast 100 hartgekochte, geschälte Eier im Wasserbad drei Minuten lang in der Mikrowelle. Damit im Falle einer Explosion nicht die Fetzen nicht durch die Gegend flogen, steckten sie die Versuchseier jeweils in eine weiße Socke.

Was passierte? In den meisten Fällen, bei 70 Prozent der Eier, gar nichts. Die anderen 30 Prozent jedoch überstanden zwar unversehrt die Mikrowellen-Prozedur, explodierten aber, wenn man danach mit einem scharfen Gegenstand in sie hineinpikste. "In 30 Zentimeter Entfernung entstanden Schallwellen-Spitzen von 86 bis 133 Dezibel", sagt Nash. Das ist laut. Ein Düsenjet in 15 Meter Entfernung erreicht einen Schalldruck von 120 Dezibel.

"Ein bisschen wie Eier-Roulette"

Nash und von Blohn stellten zudem fest, dass die Temperaturen im Eidotter stets deutlich höher waren als im Wasserbad darum herum. Grund für die Explosion könnte sein, dass sich die Protein-Matrix des Dotters durch die Mikrowellen verfestigt und darin winzige Wassertaschen eingeschlossen werden. Dieses Wasser erhitzt sich schließlich über die normale Kochtemperatur hinaus, vermuten Nash und von Blohn. Sticht oder beißt dann jemand in das Ei hinein, werden die fragilen, superheißen Taschen zerstört, und es kommt es zu einer explosionsartigen Kettenreaktion.

Gut möglich, dass Mikrowellen-Hersteller künftig eine Warnung vor Hörschäden in die Gebrauchsanweisungen aufnehmen, mutmaßen die Akustiker. Aber Nash betont: "Statistisch gesehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein explodierendes Ei das Gehör von jemandem schädigt, eher gering. Es ist ein bisschen wie Eier-Roulette."

Quelle: n-tv.de

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