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Frisst Schnecken und Regenwürmer Gefährlicher Plattwurm in Europa gelandet

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Der Plattwurm aus Neu Guinea ist bis zu 6,5 Zenitmeter groß und hat es auf Schnecken und andere wirbellose Bodenlebewesen abgesehen.

(Foto: Wikimedia/Shinji Sugiura)

Das Auftauchen eines gefürchteten Raubtiers in europäischen Gefilden versetzt Biologen in helle Aufruhr. Es handelt es sich um einen Plattwurm aus Neuguinea, der sich in Europa schnell verbreiten und für einheimische Nützlinge gefährlich werden könnte.

Ein zu den schlimmsten invasiven Arten weltweit zählender Plattwurm aus Asien ist erstmals in Europa entdeckt worden. Die Tiere der Art Platydemus manokwari seien in Caen an der Nordküste Frankreichs aufgetaucht, berichten Wissenschaftler im Online-Fachmagazin "PeerJ". Der Wurm zähle zu den Top 100 der Arten, die weltweit in fremde Regionen einwandern und dort große Schäden anrichten. Er werde zur Bedrohung einheimischer Schneckenarten, wo immer er eingeschleppt werde.

Es sei dringend zu empfehlen, für Europa möglichst rasch Maßnahmen für Beseitigung und Kontrolle zu initiieren, heißt es in "PeerJ". Aufmerksam sei man auf die Würmer in einem Gewächshaus des Botanischen Gartens der Stadt zunächst wegen ihres charakteristischen Aussehens geworden, berichten die Forscher um Jean-Lou Justine vom Institut für Systematik, Evolution und Biodiversität des Muséum national d’histoire naturelle in Paris. Genetische Analysen hätten den Verdacht bestätigt.

Gefahr für Schnecken und Regenwürmer

Platydemus manokwari stammt ursprünglich aus Neuguinea und hat im pazifischen Raum mehr als 15 neue Gebiete erobert. Eine Gefahr stellen die etwa fünf Zentimeter langen, olivschwarzen Räuber vor allem für Schnecken, aber auch etliche andere Bodenlebewesen wie Faden- oder Regenwürmer dar, schreiben die Forscher. Obwohl aus den Tropen stammend, könne der Plattwurm auch bei zehn Grad überleben. Es sei daher vorstellbar, dass er in großen Teilen Europas - mediterranen Regionen und Städten - gut klarkommen würde. Laborversuche hätten gezeigt, dass diese Tiere europäische Schneckenarten erbeuten können.

Welche Schäden eingeschleppte Plattwürmer verursachen können, zeige das Beispiel von Arthurdendyus triangulatus, einer aus Neuseeland stammenden Art. Sie habe sich im Norden der britischen Inseln einschließlich Schottland und Nordirland ausgebreitet, schreiben die Forscher. Dort habe der Räuber vor allem die Zahl der Regenwürmer deutlich verringert. Regenwürmer lockern und belüften den Boden, sie verbessern seine Wasseraufnahme und durchmischen ihn, zudem verwerten sie pflanzliche Reste zu Nährstoffen.

Insgesamt sind nach Angaben der Forscher bereits in mehr als einem Dutzend europäischer Länder Plattwürmer aus anderen Regionen der Welt nachgewiesen worden - meist allerdings beschränkt auf Gewächshäuser. Die meisten seien im Substrat von Zier- und Nutzpflanzen um den Globus gereist. "Diese Arten können invasiv werden, wenn für sie optimale Umweltbedingungen oder andere Ereignisse eintreten. Die Plattwürmer haben dann das Potenzial, große ökonomische oder ökologische Schäden zu verursachen."

Quelle: n-tv.de, ail/dpa