Wissen

Essgewohnheiten "Gehirn im Bauch"

Frisches Obst und Gemüse, Vollkorngetreide und Milchprodukte -wer Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung aufzählen soll, denkt sofort an diese Nahrungsmittel. Und doch sind Müsli und Co. kein Garant für eine gesunde, beschwerdefreie Verdauung -im Gegenteil. Bis zu 40 Prozent der Deutschen leiden trotz ihres Ernährungswissens an "funktioneller Dyspepsie": Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen oder Blähungen, bei denen keine organischen Ursachen vorliegen.

Wer sich Obst ins Müsli schnippelt, weiß oft nicht, dass die sauren Früchte den Magen reizen und die Extraportion Ballaststoffe im Getreide zu vermehrter Gasbildung führen kann. In solchen Fällen sollte man den eigenen Körper beobachten: Was wird vertragen -und wie wird gegessen?

Verdauungsfeindliche Essgewohnheiten

Oft sind verdauungsfeindliche Essgewohnheiten Urheber von Blähbauch und saurem Aufstoßen. Mahlzeiten, die man schnell unterwegs einnimmt, bedeuten Stress für den Verdauungsapparat. Dass dieser sehr sensibel auf äußere Einflüsse und psychische Prozesse reagiert, bestätigt Julia Scharnhorst, Psychologin und Vizepräsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen: "Wir haben nicht nur ein Gehirn im Kopf, sondern auch eins im Bauch." Das so genannte Bauchhirn agiert in enger Verbindung mit dem Kopfhirn und gibt Reize direkt weiter. Gerade saures Obst, aber auch Süßigkeiten, fettes Essen, Hülsenfrüchte oder Genussmittel wie Kaffee, Nikotin und Alkohol bringen Magen und Darm schnell aus der Balance.

Hinweis auf Säureüberschuss

Schmerzen in der Magengrube und ein unangenehmes Brennen in der Speiseröhre weisen auf einen Säureüberschuss hin, Blähungen und Druckschmerzen sind ein Zeichen für eine Überproduktion von Darmgasen. Zur Behandlung der Beschwerden eignen sich Präparate aus der Apotheke: Der Wirkstoff Hydrotalcit in Talcid bindet überschüssige Säure und schützt die Magenschleimhaut. Simeticon in Lefax wirkt entschäumend und löst Blähungen auf. "Beide Wirkstoffe bieten schnelle Hilfe und sind gut verträglich", bestätigt Gastroenterologe Dr. Michael G. Willems. (djd/pt).

Quelle: ntv.de

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