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Marktnische umweltverträglicher Schmuck Geschäftsidee "Ökogold"

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Gold ist überall auf der Welt beliebt und gilt als sichere Wertanlage.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das "grüne" Gold des Jungunternehmers Erwan Le Louer muss ziemlich angesagt sein - sonst würde es nicht im Pariser Szene-Kaufhaus Colette verkauft. "Ich habe in Südamerika gesehen, wie man Gold auf intelligente Weise gewinnen kann", sagt Le Louer, der mit 25 Jahren gerade die Marke JEL gegründet hat: Jewellery Ethical Luxury - ethisch vertretbarer Luxusschmuck. Von der Goldwäsche über die Verarbeitung bis zur Verpackung, alles soll bei der französischen Firma umweltverträglich und für den Kunden nachvollziehbar sein. Die Goldwäscher in Choco im Westen Kolumbiens zahlt Le Louer nach eigenen Angaben über dem üblichen Tarif. "Chemische Bestandteile und verseuchende Produkte wie Quecksilber schließen wir bei der Goldwäsche aus."

Gold aus illegalen Minen - ähnlich den berüchtigten "Blutdiamanten" - gelangt bislang ganz einfach in den Handel, stellte die Umweltschutzorganisation WWF in einer Studie fest. Wer in einem Berliner oder Pariser Schmuckladen einen goldenen Hochzeitsring oder Ohrstecker kauft, kann deshalb nicht sicher sein, dass er damit nicht zur Zerstörung der Böden und der Verschmutzung des Wassers beiträgt. Denn in den Minen wird Gold üblicherweise mit Hilfe von Quecksilber gewonnen, das hochgiftig ist.

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Der Goldabbau in illegalen Minen führt immer wieder zu Unglücken, wie hier in Kolumbien. 22 Menschen kamen im Oktober 2007 aufgrund mangelnder Sicherheitsvorkehrungen ums Leben.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das will Le Louer vermeiden, auch wenn er weiß, dass er bislang nur eine "kleine Marktnische" gefunden hat. Selbst die Mitarbeiter der Werkstatt in den Vogesen, wo sein "grünes Gold" zu Schmuck verarbeitet wird, waren überrascht, wie Werksleiter Didier Tursin sagt. "Sie fanden es verführerisch, dass der Umweltschutz über ihren Beruf zu ihnen kommt." Die Firma Aurigane passe tunlichst auf, dass das "Ökogold" nicht mit anderem Gold vermischt wird; selbst der Staub, der beim Feilen entsteht, wird eigens aufgenommen. WWF-Fachmann Romain Renoux findet das junge Unternehmen interessant. Vielleicht könne es dazu beitragen, dass die Kunden sich Gedanken über Gold machen, sagt er.

Quelle: ntv.de, AFP