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Ein Hahn steht auf einem Geflügelmarkt in Hong Kong zum Verkauf.
Ein Hahn steht auf einem Geflügelmarkt in Hong Kong zum Verkauf.(Foto: dpa)
Sonntag, 28. April 2013

Übertragung von Mensch zu Mensch möglich: H7N9-Virus könnte gefährlich werden

Auch wenn es bisher nicht bewiesen werden kann, dass die neue Variante der Vogelgrippe zwischen Menschen weitergetragen wird, zeigen sich Experten besorgt und rufen zur Vorbereitung für dieses Szenario auf. In den USA wird bereits nach einem Impfstoff gesucht.

Der führende US-Virologe Anthony Fauci fordert die Gesundheitsbehörden auf, sich auf eine mögliche Übertragung der neuen Vogelgrippe H7N9 von Mensch zu Mensch vorzubereiten. Bisher gebe es keine Belege, dass das Virus zwischen Menschen weitergegeben worden sei, sagte der Chef des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten. "Aber wir müssen dennoch gut auf die Möglichkeit vorbereitet sein, dass dies passiert."

Das Vogelgrippevirus H7N9 hat in China bereits zum 23 Todesfällen geführt. Mehr als 110 Menschen wurden seit der ersten offiziellen Meldung Ende März mit dem Virus infiziert, vor allem im Osten des Landes. Als Überträger der Krankheit machten chinesische Wissenschaftler Geflügel aus.

Entwicklung ist unvorhersehbar

Die Belege der chinesischen Experten, wonach es bislang keine Übertragung von Mensch zu Mensch gab, seien "stark", sagte Fauci. Mehr als 1000 Kontaktpersonen von Infizierten seien untersucht worden, und keiner dieser Menschen habe das Virus gehabt. Fauci mahnte, es sei dennoch möglich, dass das Virus eines Tages von einem Menschen zum anderen weitergegeben werde. Die Entwicklung von Grippe-Erregern sei stets "unvorhersehbar". Faucis Angaben zufolge wird bereits an einem Impfstoff gegen das Virus gearbeitet. "Hoffentlich müssen wir es niemals einsetzen", sagte er.

Der US-Experte erklärte, H7N9 habe Ähnlichkeit mit dem Vogelgrippevirus H5N1, das vor mehreren Jahren aufgetreten war. Ein großer Unterschied sei aber, dass das neue Virus H7N9 anders als H5N1 bei Hühnern keine Symptome verursache. Daher sei es schwierig, die infizierten Tiere zu finden.

Eines der gefährlichsten Viren

Fauci lobte insgesamt den Umgang der chinesischen Behörden mit der neuen Krankheit. "Ich bin recht zufrieden mit der chinesischen Reaktion", sagte er. Das Vorgehen sei viel transparenter als beim Ausbruch der Atemwegserkrankung SARS in den Jahren 2002 und 2003.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist H7N9 "eins der tödlichsten" Grippeviren, die bisher nachgewiesen wurden. Bislang starben etwa 20 Prozent der Patienten an dem Virus. Allerdings hatte die Vogelgrippe der Variante H5N1 eine deutlich höhere Todesrate von 58 Prozent.

Quelle: n-tv.de