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Wenn das Küken leidet Hennen haben Mitgefühl

Mitleid ist etwas, das nur verhältnismäßig wenige Lebewesen aufweisen. Unter anderem der Mensch - meistens. Im Vogelreich hingegen konnte es hingegen bislang nur bei Raben nachgewiesen werden. Und nun auch bei Hühnern. Der Versuch einer britischen Wissenschaftlerin zeigt: Hennen leiden mit ihren Küken.

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Ein Küken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hennen fühlen mit ihren Küken. Werden diese bedrängt, reagieren die Hühnermütter körperlich so, als ob sie die Störung selbst erlebt hätten, berichtet Joanne Edgar von der Universität Bristol in den "Proceedings" der britischen Royal Society. Im Vogelreich ist ein solches Verhalten den Forschern zufolge bisher erst bei Rabenvögeln beobachtet worden. Diese gelten als besonders intelligent.

Die Zoologin setzte jeweils eine Henne und eines ihrer Küken in benachbarte, durch eine Plexiglas-Scheibe voneinander getrennte Käfige. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit "ärgerte" sie entweder die Henne oder das Küken mit kurzen Luftstößen. Dabei wurden beim Muttertier Augentemperatur, Pulsrate und Verhalten protokolliert.

"Als sei sie selbst betroffen"

Sowohl Luftstöße auf sie selbst als auch auf ihr Küken führten bei der Mutter zu einer erhöhten Aufmerksamkeit, Unruhe, höherem Puls und kühleren Augen. Wurden den Küken und Müttern hingegen nur die Zischgeräusche der Luft vorgespielt, blieben die Tiere unbeeindruckt.

Dies zeige, dass die Henne mit ihrem Küken mitfühle - sie bekunde Empathie, schlussfolgerte die Biologin. Selbst ohne Stressrufe des Kükens erkenne die Vogelmutter, dass etwas mit ihrem Nachwuchs passiere und sie reagiere so, als sei sie selbst betroffen. Dies sei die klassische Definition für Mitfühlen.

Quelle: n-tv.de, dpa