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Stammzellen seltener Arten gezüchtet Hoffnung für bedrohte Tierarten

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Ein neu geborenes Nördliches Weißes Nashorn mit seiner Mutter Najin im tschechischen Zoo von Dvur Kralove. (Bild vom 29.06.2000)

(Foto: picture-alliance/ dpa)

US-Forschern gelingt mit der Züchtung von Stammzellen zweier bedrohter Tierarten ein Durchbruch, der womöglich dutzende seltene Arten vor dem Aussterben bewahren könnte.

Dem Team um die beiden Wissenschaftler Oliver Ryder und Jeanne Loring ist es gelungen, Stammzellen des Weißen Nashorns und des Drills, einer seltenen Affenart, zu züchten, wie sie in einem am Sonntag veröffentlichten Beitrag für die Fachzeitschrift "Nature Methods" schrieben.

Vom Weißen Nashorn leben weltweit nur noch sieben Tiere in Zoos, auch der genetisch eng mit dem Menschen verwandte Drill ist vom Aussterben bedroht. Mit einem auch beim Menschen angewandten Verfahren gelang es den Forschern, sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen zu züchten. Diese könnten nicht nur zur Behandlung von Krankheiten verwandt werden, sondern auch zur Zucht von Sperma und Eiern zur Fortpflanzung bedrohter Tiere.

"Die beste Art das Aussterben von Tierarten zu verhindern, ist es, sie und ihren Lebensraum zu schützen, doch das ist nicht immer möglich", sagte Ryder, der Leiter für Tiergenetik am Zoo von San Diego. Die Stammzell-Technologie gäbe Hoffnung, Tierarten auch dann vor dem Aussterben zu bewahren, wenn sie in ihrem natürlichen Lebensraum bereits völlig ausgelöscht seien. Ethische Bedenken wie bei Menschen sieht Ko-Autorin Loring in diesem Fall kaum.

Ryder hatte 2006 damit begonnen, von mehr als 800 Tierarten Hautproben zu nehmen und diese Hautzellen in seinem "Tiefkühl-Zoo" zu lagern. Gemeinsam mit Loring vom Scripps Forschungsinstitut in La Jolla begann er, auf der Grundlage dieser Sammlung Stammzellen zu züchten. Ihre Erfolge bei Weißem Nashorn und Drill ist für die Forscher nur der erste Schritt: Langfristig wollen sie einen ganzen "Stammzellen-Zoo" aufbauen.

Quelle: n-tv.de, AFP

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