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Häufigste Tumorart in Deutschland Immer mehr junge Menschen haben Hautkrebs

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Größter Risikofaktor für Hautkrebs: die UV-Strahlung der Sonne oder im Solarium.

(Foto: dpa)

Hautschäden in der Kindheit und Jugend erhöhen nachweislich das Hautkrebsrisiko. Dennoch schützen sich vor allem junge Menschen zu wenig gegen die UV-Strahlung der Sonne. Experten fordern nun eine nachhaltige Aufklärung.

Hautkrebs trifft immer mehr und immer jüngere Menschen. "Experten rechnen bis 2050 mit einem jährlichen Anstieg der Neuerkrankungen um sieben Prozent", sagte der Vorstand der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, in Berlin. Hautkrebs sei schon heute "mit jährlich 251.000 Neuerkrankungen die häufigste Tumorart in Deutschland - Tendenz steigend". Die Zahl der Diagnosen mit schwarzem Hautkrebs liegt den Angaben zufolge bei etwa 30.000 pro Jahr. Dieser Tumor, das maligne Melanom, gilt als besonders aggressiv. Es sei alarmierend, dass zunehmend junge Menschen betroffen seien, sagte Nettekoven.

Für die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist der größte Risikofaktor klar: die UV-Strahlung der Sonne oder im Solarium. Doch Bräune gilt nach Einschätzung Nettekovens immer noch und auch bei Kindern und Jugendlichen als Schönheitsideal. Junge Haut ist nach Angaben des BVKJ besonders anfällig für die schädliche Strahlung. UV-empfindliche Stammzellen lägen etwa dichter unter der Hautoberfläche als bei Erwachsenen. Rote Haut als Anzeichen für Sonnenbrand trete bei Jüngeren zudem später auf - dann sei die Haut bereits geschädigt.

Um Kinder, Jugendliche und Eltern besser aufzuklären, fordert der BVKJ, die Beratung zu UV-Strahlung in den gesetzlich vorgeschriebenen U-Untersuchungen beim Kinderarzt zu verankern. Dabei müssten auch Hautveränderungen dokumentiert werden, hieß es in einer Mitteilung. Auch im Alltag will die Krebshilfe den Schutz vor UV-Strahlungen selbstverständlicher machen: Mit Partnern wolle man sich für Sonnensegel etwa auf Schulhöfen und Spielplätzen einsetzen.

Quelle: n-tv.de, jja/dpa

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