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Cannabis als Medikament Joints helfen Schmerzpatienten

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Medizinisch verordnete Joints können Patienten mit chronischen Nervenschmerzen helfen. Das haben kanadische Forscher in der ersten Studie mit gerauchtem Cannabis für ambulante Schmerzpatienten gezeigt. Kiffen lindere Schmerzen, helle die Stimmung auf und verbessere den Schlaf, berichten Mediziner um Mark Ware von der McGill-Universität in Montreal im Fachblatt "Canadian Medical Association Journal".

Die Kanadier hatten 21 volljährige Probanden mit chronischen Nervenschmerzen unter medizinischer Kontrolle Cannabis in verschiedener Dosierung rauchen lassen: 2,5 Prozent, 6 Prozent und 9,4 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC). THC ist die aktive Substanz in Cannabis. Zur Kontrolle wurde ein Placebo ganz ohne THC verwendet. Mit steigender Dosierung verbesserte sich der Schlaf der Patienten. In der höchsten Dosierung wurden zudem die Schmerzen deutlich gelindert.

Drei täglich gerauchte Cannabis-Inhalationen mit 9,4 Prozent THC über fünf Tage hätten die durchschnittliche Schmerzintensität verglichen mit dem wirkstofflosen Placebo signifikant gesenkt, berichten die Ärzte. Nun sollten Studien mit höheren THC-Dosierungen über längere Zeit folgen. Patienten mit chronischen Nervenschmerzen stehe nur eine begrenzte Zahl an Behandlungsoptionen zur Verfügung, die oft nicht wirkten.

"Nach unserem Wissen ist dies die erste veröffentlichte Studie zu gerauchtem Cannabis mit ambulanten Patienten", schreiben die Autoren. Zahlreiche Arbeiten haben zwar bereits die Wirkung von isoliertem, geschluckten THC untersucht und verschiedentlich auch einen Behandlungserfolg festgestellt. Gerauchtes Cannabis könne sich aber in seiner Wirkung von den oralen Präparaten unterscheiden.

Quelle: ntv.de, dpa

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