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Futtergras satt in der Mongolei Klima begünstigte Dschingis Khans Feldzüge

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Dschingis-Khan-Monument in der Mongolei. Von dort aus eroberte der legendäre Feldherr seinerzeit ein riesiges Reich.

(Foto: dpa)

Er gehört zu den größten Eroberern der Menschheitsgeschichte: Dschingis Khan. Dass der legendäre Reiter-Feldherr von der Mongolei aus ein Weltreich erobern konnte, verdankte er nach neuesten Forschungen auch idealen Klimabedingungen.

Der legendäre Dschingis Khan hat sein Weltreich möglicherweise auch wegen einer ungewöhnlich warmen und regenreichen Klimaphase erobern können. Das haben US-amerikanische Forscher um Neil Pederson von der Columbia-Universität herausgefunden, nachdem sie die Jahresringe Sibirischer Zirbelkiefern in der Mongolei untersucht haben.

Das Ergebnis: Zu Dschingis Khans Zeit, die etwa von 1162 bis 1227 reichte, ließ das feuchte und ungewöhnlich milde Wetter das Weideland in der heutigen Mongolei kräftig sprießen. Davon haben nach Ansicht des Forscherteams Pferde und Vieh und somit auch die Reiterarmeen profitiert. Andere Forscher waren bislang davon ausgegangen, dass eine Dürre die Reiterarmeen angetrieben hatte.

Klimawechsel wurde zum Machtfaktor

Die Untersuchung der Jahresringe lasse Aussagen über das mongolische Klima im Zeitraum von 900 bis 2011 zu. Die regenreichste Phase war demnach zwischen 1211 und 1225 - also zu Zeiten Dschingis Khans. Der Herrscher der Mongolen eroberte mit seinen Reiterarmeen ein Weltreich von Ostasien bis Mitteleuropa.

"Vor den fossilen Brennstoffen waren Gras und Einfallsreichtum der Treibstoff der Mongolen und der Kulturen um sie herum", erläuterte Pederson in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA. Die Klimaänderungen im 13. Jahrhundert hätten dazu beigetragen, dass die Mongolen immer mächtiger wurden.

Außerdem konnten die Forscher nachweisen, dass sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts das Gebiet der Mongolei stark erwärmt hat. Die Dürre von 2000 bis 2009 sei eine der schwersten in mehr als 1000 Jahren. Millionen Tiere seien in Zentralasien gestorben. Das hat die Lebensgrundlage zahlloser Hirten zerstört. Viele von ihnen seien daher in die Hauptstadt Ulan Bator gezogen.

Quelle: n-tv.de, fst/dpa

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