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Arktischer Ozean wird produktiver Klimawandel lässt Algen sprießen

In den Gewässern vor der Nordküste Kanadas wachsen immer mehr Algen. Das zurückgehende Eis und mehr Wasserbewegungen lassen nährstoffreiches Wasser heranfließen. Außerdem dringt mehr Sonnenlicht in die Tiefe vor. Die Folgen für die Region sind noch nicht absehbar.

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Der Rückgang des Eises steigert die Produktivität der arktischen Gewässer.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Klimawandel lässt im Meer der Arktis vor der Küste Kanadas viel mehr Algen und anderes Plankton wachsen. Das berichtet ein Team um Jean-Éric Tremblay von der Laval-Universität im kanadischen Quebec. Ursache sind höhere Temperaturen, die das Eis schmelzen lassen. Zudem zieht es sich weiter vom Land zurück als bisher. Daraufhin kann der Wind das Meerwasser stärker bewegen, weshalb aus anderen Bereichen als bisher mehr nährstoffreiches Wasser heranfließt. Dies alles führt schließlich dazu, dass in der südlichen Beaufort-See vor der Nordküste Kanadas zwei- bis sechsmal so viel pflanzliches und tierisches Plankton wächst. Die Studie ist in den "Geophysical Research Letters" veröffentlicht.

Tremblay und seine Kollegen hatten dafür Satellitendaten über die Windverhältnisse und die Eisbedeckung zugrunde gelegt. Zudem nahmen die Forscher zahlreiche Wasserproben in der Region. Der Untersuchungszeitraum umfasst Herbst 2007 bis Sommer 2008. Zu dem starken Wachstum der Organismen hat auch beigetragen, dass das Licht der Sonne tiefer ins Wasser herabreichte. Welche Folgen das alles für die Region hat, lässt sich derzeit nicht sagen, schreiben die Forscher. Die erhöhte Produktivität könne aber nicht die Befürchtungen der Forscher ausräumen, die mit der Versauerung der Ozeane, der Erwärmung und dem Eis-Verlust zusammenhängen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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