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Endgültige Heilung nicht in Sicht Krebstherapien entwickeln sich

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Auch in der Strahlentherapie gibt es zahlreiche Neuerungen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Obwohl sich immer mehr Krebstherapien individuell auf den Patienten abstimmen lassen, kann keine davon eine endgültige Heilung herbeiführen. Trotz vieler Fortschritte müssen Krebspatienten während der Behandlungen immer noch mit Nebenwirkungen rechnen.

Maßgeschneiderte Krebstherapien bringen zwar spürbare Fortschritte, aber noch keine Heilung. "Bislang wurde das Ziel, ausschließlich den Tumor zielgerichtet zu bekämpfen, noch nicht vollständig erreicht", sagte die Onkologin Nicole Jacobi auf einem Pressegespräch der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Berlin. Es gibt der Expertin zufolge jedoch mehrere Bereiche, in denen zielgerichtete Medikamente routinemäßig eingesetzt werden. Vor allem bei der Behandlung einer bestimmten Leukämieform (CML) konnten große Fortschritte erzielt werden, weil der Wirkstoff die krankhafte Vermehrung der mutierten Blutstammzellen unterdrückt.

Bei anderen Wirkstoffen wie bestimmten Antikörpern, die etwa die Neubildung von Blutgefäßen des Tumors unterbinden, sind die Wirkungen noch begrenzt. Zwar sind die Nebenwirkungen meist geringer als bei der herkömmlichen Chemotherapie, aber oft müssen derzeit beide Methoden noch kombiniert werden und die Lebensverlängerung beträgt nur Wochen oder wenigen Monate. Patienten mit Tumoren im Magen-Darm-Trakt können von einer zielgerichteten Therapie jedoch profitieren, wie Gastroenterologe Prof. Bertram Wiedenmann (Charité) betonte. "Hier kann der individuelle Einsatz bestimmter Medikamente das Leben verlängern und einen milderen Krankheitsverlauf ermöglichen."

Fett ist nicht per se schlecht

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Jeder Mensch reagiert auf seine individuelle Art auf fettreiche Ernährung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Fett ist nicht gleich Fett und macht auch nicht immer krank - das betonte der Ernährungsmediziner Prof. Andreas Pfeiffer (Charité) angesichts der wachsenden Schar übergewichtiger Menschen. "Es kann negative Auswirkungen auf den Körper haben, aber durchaus aus schützende Funktion." Während das Fett im Bauchraum das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes erhöht, sieht es mit Fett in der Brust, an Oberschenkeln oder am Po anders aus. Dies sei zwar schwer abzubauen, produziere aber Hormone, die die Arterien schützen und den Blutzuckerspiegel senken, sagte Pfeiffer. Entsprechende Forschungsergebnisse hatten Wissenschaftler bereits vor über einem Jahr im "International Journal of Obesity" veröffentlicht.

Deutlich sei jedoch, dass ein Zuviel Probleme bringe: "Die Zunahme an Fettgewebe ist mit einem Anlocken von Entzündungszellen verbunden, die auf Signale des Fettgewebes, auf sogenannte Chemokine, reagieren und dann zusammen mit den Fettzellen immer mehr entzündliche Signale aussenden", erläutert Pfeiffer. Diese Entzündungsfaktoren können dazu führen, dass auch andere Organe oder Muskelzellen verfetten. Welche Rolle genau die Ernährung dabei spielt, ist aber noch unklar. Pfeiffer: "Je mehr wir forschen, umso deutlicher wird, dass jeder Mensch unterschiedlich auch auf Ernährung reagiert." Den einen macht fettreiches Essen schnell krank, den anderen nicht.

Quelle: n-tv.de, dpa

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