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Columbus entlastet Läuse früher eingeschleppt

Christoph Columbus schleppte keine Läuse in die Neue Welt ein. Dies ergab eine genetische Untersuchung der Parasiten, die eine internationale Forschergruppe im Kopfhaar von rund 1000 Jahre alten Mumien aus Peru gefunden hatte. Die im Gefolge von Columbus eingewanderten Europäer brachten demnach wohl Pocken und Masern nach Amerika, nicht aber die weltweit verbreiteten Läuse und die von ihnen übertragbaren Krankheiten. Dies berichten die Wissenschaftler im „Journal of Infectious Diseases.

Mumien geben Hinweis

Didier Raoult von der Facult der Mdecine Universit de la Mditerrane (Marseille/Frankreich) und seine Mitarbeiter hatten die Läuse von zwei mumifizierten Köpfen gesammelt, die zwischen 1999 und 2002 im Süden Perus ausgegraben worden waren. Die Körper der etwa im Jahr 1025 gestorbenen Angehörigen der Chiribaya-Kultur waren vermutlich von Plünderern zerstört oder geraubt worden. Genetische Untersuchungen in zwei unabhängigen Labors in den USA und Frankreich zeigten, dass die Läuse dem so genannten Typ A angehörten.

Untersuchung entlastet Columbus

Dieser besiedelt sowohl den Kopf als auch den Körper seiner menschlichen Wirte und ist auf der ganzen Welt zu finden. Bislang war unklar, ob es diesen Typ auch in der Neuen Welt schon vor Columbus gegeben hatte. Die 1000 Jahre alten Läuse auf den Mumien befreien nun aber posthum Columbus und die nach ihm einwandernden Europäer vom Verdacht, die lästigen Parasiten nach Amerika eingeschleppt zu haben. Vermutlich hätten diese Läuse einen afrikanischen Ursprung und sich von dort über die Welt verbreitet, schreiben die Forscher um Raoult. Die Untersuchung von Parasiten sei ein geeigneter Weg, um die Völkerwanderung und die Ausbreitung von Krankheiten nachzuvollziehen, glauben die Forscher. Läuse sind als Überträger von bestimmten Fiebererkrankungen bekannt, etwa Fleckfieber oder Schützengrabenfieber. Die Krankheiten sind mit Antibiotika heute gut zu behandeln.

Quelle: n-tv.de