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Montag, 15. Februar 2010

Tierische Strategien gegen Frost: Manche sind sogar gefroren

Eine Europäische Sumpfschildkröte.
Eine Europäische Sumpfschildkröte.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mit ganz unterschiedlichen Strategien trotzen Tiere Tiefkühltemperaturen: "Viele von ihnen sparen einfach Energie", sagt der stellvertretende Direktor des Opel-Zoos in Kronberg, Martin Becker. Zahlreiche Arten senken ihre Körpertemperatur, manche verbringen den Winter sogar tiefgefroren. "Es gibt zum Beispiel Fische, Frösche und Schildkröten, die durchgefroren sind. Bei ihnen schlägt dann auch das Herz nicht mehr", sagt Rudolf Wicker vom Frankfurter Zoo. So könnten sie es auch bei minus 20 Grad aushalten.

Einige Schildkröten leben während der kalten Jahreszeit auf dem Boden von Gewässern - das Wasser ist dort vier Grad kalt. Eigentlich müssten sie ab und zu mal nach oben, um Luft zu schnappen. Weil sie ihren Stoffwechsel aber drastisch herunterfahren, reicht ihnen der Sauerstoff im Wasser zum Überleben. Überhaupt sind Reptilien nach Aussage Wickers echte Energiesparmodelle, weil sie wechselwarm sind und ihre Körpertemperatur sich der Umgebung anpasst. Das ist im Winter praktisch: Das permanente Heizen auf eine bestimmte Gradzahl kostet den Körper enorm viel Energie. Reptilien dagegen nehmen auch im eisigsten Winter nicht ab. Ihre im Sommer angefutterten Fettreserven verbrauchten sie erst im Frühjahr während der sehr anstrengenden Paarungszeit.

Kamele senken Körpertemperatur

Kamele können sich hervorragend auf Temperaturschwankungen einstellen.
Kamele können sich hervorragend auf Temperaturschwankungen einstellen.(Foto: picture alliance / dpa)

Zu den wenigen Säugetiere, die mit niedrigen Körpertemperaturen zurechtkommen, zählten Kamele. In der Wüste kann es nachts kalt sein - die Kamele senken ihre Körpertemperatur dabei bis auf 33 Grad. Wird es am nächsten Tag wieder heiß, können sie sich bis auf 41 Grad steigern. Tiere, die permanent in der Kälte leben, haben nie große abstehende Körperteile wie Ohren oder besonders lange Beine. Diese Körperteile würden bei extremen Temperaturen am ehesten absterben. Gut angepasst ist zum Beispiel der Eisfuchs mit seinen kurzen Beinen, der kleinen Schnauze und den winzigen Ohren. Er hat außerdem extrem dichtes Fell, ihm wachsen sogar an den Sohlen Haare.

Permanent kalte Füße haben Pinguine. Das warme Blut, das vom Körper Richtung Füße fließt, wärmt das kalte Blut, das auf dem Weg nach oben ist. Dabei kühlt das warme Blut ab. Mit dieser Gegenstrom-Anlage bleibt die Temperatur in den Füßen gerade so über dem Gefrierpunkt, so dass der Pinguin nicht auf dem Eis festfriert.

Quelle: n-tv.de