Wissen

17.000 Kilometer pro Jahr Massiver Straßenausbau gefährdet Regenwald

28332146.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Etwa 50.000 Kilometer Straße wurden allein zwischen 2004 und 2007 durch den brasilianischen Regenwald am Amazonas gebaut. Das haben Forscher aus Großbritannien und Brasilien unter anderem mit Hilfe von Satellitenbildern errechnet. Es würden vor allem dort Straßen angelegt, wo das Wirtschaftswachstum hoch sei und neue Siedlungen gebaut würden, berichten die Forscher im Fachblatt "Regional Environmental Change".

Straßen nehmen in der Regel weniger als zwei Prozent der Fläche eines Landes ein, sie wirken aber auf eine bis zu zehn Mal größere Fläche ein, zum Beispiel, indem sie die Luft- und Bodentemperatur verändern oder die Wanderungen von Tieren begrenzen. Obwohl der Straßenbau eine der wichtigsten Ursachen für die Abholzung der Wälder und für den Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sei, sei bisher wenig untersucht, wie und wo sich Straßen ausbreiten.

Die Forscher hatten nun in Zusammenarbeit mit dem Amazon Institute of People and the Environment (Belém/Brasilien) drei Jahre lang mit Hilfe von Straßenkarten und Satellitenbildern den Straßenbau im brasilianischen Amazonasgebiet verfolgt. Pro Jahr seien 17.000 Kilometer neue Straßen hinzugekommen, berichten die Wissenschaftler. Zu wissen, wo die Straßen sind und mit welcher Geschwindigkeit sie gebaut werden, sei der Schlüssel dazu, künftige Abholzungen vorherzusagen, so der Mitautor der Studie, Robert Ewers vom Department of Life Sciences des Imperial College in London.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema