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Strahlentherapie bei Krebs Mehr Chancen als Risiken

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Das Bild zeigt einen Lineabeschleuniger zur Bestrahlung im Klinikum der Technischen Universität München (TUM).

(Foto: dpa)

Das Risiko, durch eine Strahlentherapie erneut an Krebs zu erkranken, ist nach einer Studie von US-Forschern gering. Etwa fünf von 1000 geheilten Krebspatienten würden als Folge einer Strahlentherapie innerhalb von 15 Jahren von einem neuen Tumor befallen, berichten die  Mediziner im Journal "Lancet Oncology”. Nach ihren Angaben ist die Studie die erste, die das Krebsrisiko der Strahlentherapie quantitativ abschätzt.

Die Bestrahlung ist eine Standardtherapie für viele Krebsleiden und nach Angaben der österreichischen Krebshilfe an etwa der Hälfte aller Tumorheilungen beteiligt. Die Forscher um Amy Berrington de Gonzalez vom National Cancer Institute in Bethesda (Maryland) sammelten in US-Krebsregistern Daten von 647.672 geheilten Krebspatienten im Alter von mindestens 20 Jahren. Als geheilt gilt ein Patient in der Regel, wenn der Tumor verschwunden und der Patient nach fünf Jahren immer noch krebsfrei ist.

Für die betrachteten Patienten lagen Gesundheitsdaten über einen Zeitraum von 5 bis 34 Jahren vor, im Mittel für 12 Jahre. Im ausgewerteten Zeitraum erkrankte jeder elfte Patient erneut an Krebs, insgesamt waren das 60.271 Fälle. Rund 40 Prozent der betrachteten Patienten in der Studie waren im Zuge ihrer Krebsbehandlung bestrahlt worden. Bei ihnen lag das Risiko für einen erneuten Tumor etwas höher als bei den unbestrahlten Patienten.

Zweite Krebserkrankung

Nach der Korrektur für unterschiedliche Risikofaktoren in beiden Gruppen kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass etwa acht Prozent der neuen Karzinome (in der Studie rund 3.300 Fälle) auf die Bestrahlung zurückzuführen sind. Dieser Anteil ist jedoch nicht für alle Krebsarten gleich: So ist nur jeder 25. neue Tumor nach der Bestrahlung von Augenkrebs auf die Strahlentherapie zurückzuführen, aber fast jeder Vierte, der nach der Bestrahlung von Hodenkrebs auftritt.

In der Mehrzahl der Fälle sei die zweite Krebserkrankung auf andere Faktoren wie Lebensweise oder genetische Veranlagung zurückzuführen, schreiben die US-Forscher. Das Risiko einer Tumorentwickelung sei demnach klein im Vergleich zu den Heilungschancen durch die Strahlentherapie.

Allerdings schränken die Forscher ein, dass die Aussagen für Patienten gelten, die in den vergangenen drei Jahrzehnten in den USA behandelt wurden. In dieser Zeit habe sich die Praxis der Strahlentherapie verändert, was sich der Analyse entziehe. Insbesondere neue Verfahren, bei denen die Intensität der Bestrahlung variiert werde, hätten nicht analysiert werden können, weil seit ihrer Einführung noch nicht genug Zeit vergangen sei. Außerdem fehlten den Forschern Daten zum Rauchverhalten der Patienten sowie zu weiteren Therapien, was möglicherweise das Ergebnis beeinflusse.

Quelle: n-tv.de, dpa

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