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Was ist drin, wie wirkt es? Muttermilchforschung geht an die Uni

Stillende Mütter müssen nicht zwangsläufig auf allergieauslösende Nahrungsmittel wie Milch oder Fisch verzichten.jpg

Muttermilch stärkt laut der Uni Zürich den Immunschutz und beugt Allergien vor.

Der Glyphosat-Alarm vor einigen Tagen hat die Diskussion um das Für und Wider des Stillens erneut angefacht. Die deutsche Stillkommission empfiehlt die Muttermilch hingegen wärmstens und die Uni Zürich schafft sogar einen Lehrstuhl zu dem Thema - den ersten weltweit.

Die Nationale Stillkommission in Deutschland empfiehlt, Säuglinge mindestens vier Monate lang voll zu stillen, da Muttermilch besonders gut auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt ist und das Risiko für spätere Allergien oder Infektionskrankheiten mindert. Auch angesichts der derzeitigen Diskussion um Glyphosat-Rückstände bleibe Muttermilch der Favorit zur Ernährung von Säuglingen, betonte der Berufsverband Frauenärzte Anfang Juli 2015.

In der Schweiz wird nun ein ganz der Muttermilchforschung gewidmeter Medizin-Lehrstuhl geschaffen - an der Universität Zürich. Es sei der erste dieser Art weltweit, teilte die Hochschule mit. Ziel sei es, neue Erkenntnisse über die Inhaltsstoffe von Muttermilch und ihre funktionellen Eigenschaften zu gewinnen. 

Der Lehrstuhl werde 2016 die Arbeit aufnehmen und mindestens 25 Jahre lang betrieben, hieß es weiter. Dafür stellt die Familie Larsson-Rosenquist Stiftung eine Anschubfinanzierung von 20 Millionen Franken (19,2 Millionen Euro) bereit. Die im Schweizer Kanton Zug ansässige Stiftung setzt sich seit 2013 für die Förderung der Ernährung mit Muttermilch ein. Viele Fragen zum Thema Stillen und Muttermilch seien bisher unbeantwortet, so Stiftungsratspräsident Michael Larsson laut der Uni. Die Stiftung habe deshalb das Ziel, bestehende Wissenslücken zu schließen.

Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter

Allgemein bekannt sei, dass Muttermilch den Immunschutz stärke sowie Allergien vorbeuge und damit die Gesundheit Neugeborener stärke, erklärte die Universität. Die Auswirkungen hielten bis ins Erwachsenenalter an.

Parallel zum Lehrstuhl in Zürich finanziere die Stiftung verwandte Forschungen an der University of Australia in Perth mit einem Fokus auf Biochemie. Damit wolle die Stiftung garantieren, dass die Muttermilchforschung multidisziplinär angegangen wird.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa