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Raubbau im Amazonas Nasa-Fotos zeigen riesige "Gold-Flüsse"

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Allein das zerstörte Feld in der Bildmitte erstreckt sich über 15 Kilometer.

(Foto: Nasa)

Der steigende Goldpreis der vergangenen Jahre löst in Peru einen regelrechten Rausch aus. Ganze Städte werden aus dem Erdboden gestampft. Doch der Raubbau hinterlässt verheerende Zerstörungen: Bilder, die ein Astronaut aus dem All aufgenommen hat, zeigen das ganze schrecklich-schöne Ausmaß.

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat aus dem Weltraum aufgenommene Fotos veröffentlicht, die riesige "Flüsse aus Gold" inmitten des peruanischen Amazonas-Regenwaldes zeigen. Während am linken Bildrand der echte Fluss Inambari zu sehen ist, handelt es sich bei den "Goldflüssen" um Hunderte dicht nebeneinander liegende Gruben, die von Goldgräbern ausgehoben wurden, wie die NASA erklärt. Mehrere Medien, etwa CNN und BBC, berichten, mutmaßlich sei ein Großteil dieser Löcher illegal gegraben worden.

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Raubbau und giftiges Quecksilber bedrohen Mensch und Natur.

(Foto: Nasa)

In den mit Wasser gefüllten Löchern wird nach Gold geschürft und gesiebt. Normalerweise, schreibt die NASA weiter, sei der Blick auf diese "Flüsse" von der Internationalen Raumstation ISS durch Wolken verdeckt. Als aber diese Bilder im Dezember aufgenommen wurden, seien nicht nur kaum Wolken im Weg gewesen, die Sonne habe außerdem so gestanden, dass auf der gesamten Fläche das Wasser in den Gruben das Licht golden reflektierte. Die betroffene Fläche erstreckt sich über viele Kilometer, allein das Abbaufeld in der Bildmitte ist laut NASA etwa 15 Kilometer lang.

Die im Bild sichtbaren entwaldeten Bereiche verlaufen der NASA zufolge entlang uralter Flussbetten, in denen frühere Ströme Sedimente abgelagert hätten - darunter Gold. Peru ist einer der größten Gold-Exporteure der Welt. In der Region Madre de Dios ist nicht nur eine der größten unabhängigen Goldminen-Industrien der Welt angesiedelt, dort ist der Goldabbau auch der verheerendste Faktor für die Umweltzerstörung. Ganze Landstriche werden abgeholzt, dazu sind Gewässer und Böden durch das für die Goldgewinnung eingesetzte Quecksilber vergiftet.

CNN berichtet, der steigende Goldpreis der letzten Jahre habe in den Hunderten Quadratkilometern Urwald des Landes, die nicht unter Naturschutz stehen, einen wahrhaften Goldrausch ausgelöst. Ganze "Dschungel-Städte" - samt Bordellen und bewaffneten Kämpfen - seien aus dem Erdboden gestampft worden. Allein in der Region Madre de Dios leben heute Zehntausende Menschen von den inoffiziellen Goldminen.

Quelle: ntv.de, mra

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