Wissen

3D-Röntgenbilder der Brust Neues Verfahren entwickelt

30337827.jpg

Das klassische Verfahren zur Brustkrebsuntersuchung ist die Mammografie.

(Foto: picture alliance / dpa)

Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust könnten in absehbarer Zukunft nicht nur präziser aussehen, sondern auch schonender für die Patientin sein: Deutsche und französische Wissenschaftler arbeiten an der sogenannten Phasenkontrast-Computertomographie, die weniger Strahlung als die herkömmliche Röntgenuntersuchung benötigt.

Ein neues Verfahren ermöglicht präzisere und gleichzeitig schonendere Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust. Das berichtet eine Gruppe um Alberto Bravin von der Europäischen Synchrotron Radiation Facility in Grenoble in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften. An der Arbeit sind auch mehrere Abteilungen der Ludwig-Maximilians-Universität in München beteiligt

30485179.jpg

Auf der Mammografie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu erkennen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Forscher nahmen dreidimensionale Röntgenbilder der weiblichen Brust auf und kamen dafür mit einer weitaus geringeren Strahlendosis aus als für die bisherigen zweidimensionalen Bilder. Patientinnen können davon jedoch noch nicht profitieren.

Das vorgestellte Verfahren will unter anderem die Strahlenbelastung des besonders empfindlichen Brustgewebes verringern. Die sogenannte Mammografie ist das wichtigste bildgebende Verfahren beim Screening auf und der Diagnose von Brustkrebs. Allerdings seien etwa 10 bis 20 Prozent der tastbaren Tumore auf den Bildern nicht zu sehen, schreiben die Forscher. Hinzu komme, dass 40 Prozent der bei einer Gewebeentnahme näher untersuchten Bereiche keine Krebszellen enthielten.

Beste Bildqualität

In einer begleitenden Mitteilung erklären die Forscher, dass das Gewebe für besonders hochenergetische Röntgenstrahlung "durchsichtiger" erscheine. Insgesamt sei dadurch eine 25 mal schwächere Dosis als bei den 2D-Aufnahmen nötig. Zahlreiche Aufnahmen wurden zudem mit einem mathematischen Verfahren kunstvoll zusammengerechnet.

Das Team kam so auf höher aufgelöste 3D-Aufnahmen als je zuvor, heißt es in Grenoble. Fünf unabhängige Radiologen hätten dem neuen Verfahren bescheinigt, dass die Aufnahmen die höchste Schärfe, den höchsten Kontrast und die beste Bildqualität aller bisherigen 3D-Aufnahmen der Brust geliefert hätten.

Die neue Technik befindet sich noch in der experimentellen Phase. Somit stehe sie Patientinnen noch nicht zur Verfügung. Das Team hofft jedoch, dass das Verfahren namens Phasenkontrast-Computertomographie eines Tages in die Praxis kommt.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.