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Donnerstag, 12. November 2009

Nicht nur "Liebeshormon": Oxytozin verstärkt Neid und Häme

Teilnehmer, die das "Liebeshormon" inhaliert hatten, zeigten mehr Neid, wenn der Gegner mehr Geld gewann und mehr Häme, wenn sie selbst Erfolg hatten.

Oxytozin entsteht nicht nur bei der Geburt, beim Kuscheln und Küssen und setzt dann positive Gefühle frei. Auch Neid und Missgunst kann es fördern.
Oxytozin entsteht nicht nur bei der Geburt, beim Kuscheln und Küssen und setzt dann positive Gefühle frei. Auch Neid und Missgunst kann es fördern.(Foto: dpa)

Das als "Liebeshormon" bekannte Oxytozin kann nach einer israelischen Studie auch negative Gefühle wie Eifersucht und Häme stärken. "Wir gehen davon aus, dass das Hormon ein allgemeiner Auslöser für soziale Gefühle ist: Wenn eine Person positive Gedanken hat, verstärkt Oxytozin soziales Verhalten, wenn die Gedanken negativ sind, verstärkt das Hormon negative Gefühle", erklärte die Forscherin Simone Shamay-Tsoory von der Universität Haifa.

Vorherige Studien hatten gezeigt, dass Oxytozin positive Gefühle verstärkt. Es wird im Körper während des Geburtsvorgangs sowie beim Sex freigesetzt. Bei Tierexperimenten zeigte sich jedoch auch, dass es Aggressionen erhöhen kann. Daher war Ziel der neuen Studie, die Auswirkungen des Hormons auf negative soziale Gefühle zu untersuchen.

Nach dem Spiel wieder alles normal

Die Hälfte von insgesamt 56 Versuchsteilnehmern atmete Oxytozin in synthetischer Form ein und erhielt bei einer zweiten Sitzung ein wirkstoffloses Scheinpräparat (Placebo). Bei der anderen Hälfte verlief der Versuch genau umgekehrt. Anschließend mussten sie an einem Glücksspiel gegen einen Rivalen teilnehmen, bei dem es sich ohne ihr Wissen um einen Computer handelte. Dabei konnten sie manchmal Geld gewinnen und manchmal verlieren.

Teilnehmer, die das "Liebeshormon" inhaliert hatten, zeigten mehr Neid, wenn der Gegner mehr Geld gewann und mehr Häme, wenn sie selbst Erfolg hatten. Nach Beendigung des Spiels zeigten sich diese Unterschiede in den Gefühlen jedoch nicht mehr, berichten die Forscher im Fachblatt "Biological Psychiarty" (Bd. 66, S. 864).

Quelle: n-tv.de

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