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Biontech erwägt 3. Impfdosis Pfizer: 11 Mal mehr Antikörper nach dritter Impfung

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration

Schon im Herbst könnten all jene, die im ersten Quartal 2021 geimpft wurden, erneut eine Spritze verpasst bekommen.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration)

Eine dritte Impfdosis könnte sich als sinnvoll erweisen. Nach Angaben von Biontech/Pfizer steigt nach der Booster-Spritze der Antikörperspiegel deutlich. Noch liegt aber keine Zulassung für eine dritte Dosis vor. Allerdings könnte sich das in Kürze ändern. Eine Impf-Auffrischung kommt vor allem für Ältere und vulnerable Gruppen in Betracht.

Biontech/Pfizer haben erste Ergebnisse in Bezug auf eine mögliche dritte Impfung präsentiert. Den Angaben von Pfizer zufolge erhöht eine dritte Dosis ihres Impfstoffes die Antikörper gegen die verschiedenen Varianten deutlich.

So stieg demnach der Antikörpertiter - vereinfacht gesagt: die Anzahl von Corona-Antikörpern im Blut der Probanden - nach der dritten Impfung gegenüber zweifach Geimpften gegen den Corona-Wildtyp um das 5- bis 8-fache. Gegen die Beta-Variante, die erstmals in Südafrika nachgewiesen wurde, erhöhte sich der Antikörpertiter sogar um das 15- bis 21-fache. Angesichts der inzwischen vorherrschenden Delta-Variante stand diese Mutation im Mittelpunkt der Betrachtungen. Hier stieg der Titer im Vergleich zu Doppelgeimpften in der Gruppe der 18- bis 55-Jährigen um das 5-fache und in der Gruppe der 65- bis 85-Jährigen um das 11-fache.

Eine dritte Impfung könnte nötig werden, da die immunisierende Wirkung im Laufe der Zeit nachlässt. So liegt nach der ersten und zweiten Impfdosis von Biontech/Pfizer die Wirksamkeit gegen die deutlich infektiösere Delta-Mutation nach derzeitigem Kenntnisstand bei 96 Prozent. Nach sechs Monaten sinkt dieser Wert allerdings auf "nur" noch 84 Prozent. Auch neue Zahlen aus Israel deuten darauf hin, dass der Schutz gegen eine Infektion im Laufe der Zeit abnimmt.

Dritte Impfdosis vor allem für Ältere

Der Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf blieb allerdings auch nach einem halben Jahr sehr hoch. Das bedeutet, auch vollständig geimpfte, also zweifach geimpfte Personen, die sich mit der Delta-Variante infizieren, sind trotz abnehmendem Infektionsschutz vor einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf und gravierenden Symptomen geschützt. Dass sie auf der Intensivstation im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist ebenfalls eher unwahrscheinlich.

Ob deswegen überhaupt eine dritte Auffrischungs-Impfung auch für die Corona-Impfung nötig ist und vor allem für wen und zu welchem Zeitpunkt, darüber sind sich die Experten noch nicht einig.

Es sei wahrscheinlich, "dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird", heißt es lediglich bei Biontech/Pfizer. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) Thomas Mertens sagte zuletzt: "Die Daten dazu, wer wann erneut geimpft werden sollte, sind noch etwas unsicher."

Gespräche mit Behörden laufen

Sicher ist hingegen, dass im Zentrum der Überlegungen dabei diejenigen stehen, die auch schon bei den Erstimpfungen Priorität hatten - die Älteren und Vorerkrankten. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Daniela Behrens kündigte an, dass Senioren in Alten- und Pflegeeinrichtungen, die zu Jahresbeginn oder im Frühjahr ihre Impfung erhalten hätten, nach Ende des Sommers eine dritte Impfung bekommen sollen. Allerdings machte auch sie die Zulassung zur Bedingung.

Die Hersteller sind nach eigenen Angaben in Gesprächen mit der US-amerikanischen FDA und der EMA. Für die benötigten Zulassungsanträge müssen erneut klinische Studien vorgelegt werden, deren Daten die Behörden dann prüfen. Weil es sich aber nicht um eine komplette Neuzulassung handelt, wird mit schnelleren Ergebnissen gerechnet.

Quelle: ntv.de, tar

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