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Deutlich messbare Radiowellen Polarlichter verraten Exoplaneten

Um die 500 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems konnten bislang entdeckt werden. Und vielleicht werde es bald mehr werden, denn Forscher haben herausgefunden, dass die Gasriesen anhand ihrer Polarlichter aufzuspüren sind.

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Jupitas Polarlicht im UV-Licht.

(Foto: ESA/NASA/Hubble Space Telescope)

Unentdeckte Planeten ferner Sterne können sich durch ihre Polarlichter verraten. Das sagt zumindest eine theoretische Studie voraus. Große irdische Radioteleskope sollten diesen Polarlichtern noch in 150 Lichtjahren Entfernung lauschen können, berichtete Jonathan Nichols von der Universität Leicester auf einer Tagung der britischen Royal Astronomical Society in Llandundo (Wales). Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Der nächste Nachbarstern unserer Sonne ist Proxima Centauri in 4,2 Lichtjahren Entfernung.

Ausgangspunkt von Nichols’ Prognose ist die Beobachtung von Polarlichtern auf den großen Gasplaneten in unserem System, Jupiter und Saturn. Diese Auroren senden deutlich messbare Radiowellen aus. Dasselbe sollte bei Planeten anderer Sterne stattfinden. Die Stärke der Polarlicht-Radiostrahlung solcher Exoplaneten hängt von vier Faktoren ab, wie Nichols erläuterte: Wie schnell sich ein Planet dreht, wie weit er von seiner Sonne entfernt ist, wie hell diese Sonne im UV-Bereich strahlt und wie viel elektrisch geladenes Gas von Monden des Planeten zu ihm strömt. Dieses Gas löst die Polarlichter aus.

Ergebnis der Abschätzung: Bei den hellsten Sternen mit den am schnellsten rotierenden Planeten sollten die Radiowellen der Polarlichter noch in bis zu 150 Lichtjahren Entfernung messbar sein. Und vor allem sollten sich so auch Exoplaneten verraten, die ihren Heimatstern in weitem Abstand umkreisen, wie Jupiter und Saturn. "Unsere Studie zeigt, dass wir noch die Radio-Emissionen von Polarlichtern jupiterähnlicher Planeten nachweisen können, die so weit draußen ihre Bahn ziehen wie Pluto”, erläuterte Nichols in einer Mitteilung der Royal Astronomical Society.

"Heiße Jupiter" sind leichter zu finden

Das wäre eine interessante neue Nachweismethode, denn fast alle der mehr als 500 bislang entdeckten Exoplaneten sind Gasriesen, die ihren Heimatstern in allernächster Nähe umkreisen. Das heißt nicht, dass solche "heißen Jupiter” im Kosmos besonders häufig sind – sie sind nur leichter zu finden.

Denn direkt beobachten lässt sich fast kein Exoplanet. Die große Mehrheit von ihnen hat sich durch die Schwerkraft verraten, mit der die Planeten an ihrem Heimatstern zerren und ihn so rhythmisch zum Wackeln bringen. Dieses Wackeln lässt sich im Sternenlicht messen. Es ist umso stärker und schneller, je dichter der Planet seinen Heimatstern umkreist.

Quelle: ntv.de, dpa

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