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Chance für Bluttest wächst Proteine verraten Lungenkrebs

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Diagnose Lungenkrebs: Nur wenige überleben die Krankheit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Lungenkarzinome gehören zu den tödlichsten Krebserkrankungen. Daher ist eine Früherkennung sehr wichtig. Forscher finden jetzt bei Mäusen Proteine im Blut, die einen Lungentumor anzeigen können.

Bestimmte Eiweiße im Blut können Lungenkrebs frühzeitig anzeigen. Das schließen US-Krebsforscher aus Versuchen mit Labormäusen. Dieselben Krebs-Proteine wie bei den Tieren fanden die Wissenschaftler auch im Blut menschlicher Lungenkrebspatienten. Das bringe einen Bluttest für Lungenkrebs einen Schritt näher, schreibt die Gruppe um Samir Hanash vom Fred-Hutchinson-Krebsforschungszentrum in Seattle im Fachblatt "Cancer Cell".

Jedes Jahr gibt es allein in Deutschland rund 50.000 neue Lungenkrebsfälle. Nur 13 bis 19 Prozent der Patienten überleben, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Damit gehören Lungenkarzinome zu den tödlichsten Krebserkrankungen. Das liegt auch daran, dass die lange symptomlosen Tumore meist erst sehr spät entdeckt werden. Eine Früherkennung für Lungenkrebs steht daher weit oben auf der Dringlichkeitsliste der Mediziner. Trotz verschiedener vielversprechender Ansätze für Atem- oder Bluttests existiert eine solche Früherkennung bislang nicht. Daher ist auch bei den neuen Ergebnissen noch Vorsicht angebracht. So ist etwa nach Aussagen der Forscher selbst noch nicht geklärt, wie zuverlässig die jetzt identifizierten Proteine im Blut einen Lungentumor anzeigen.

Verblüffende Ähnlichkeiten mit Mäuseblut

Das Team um Hanash hatte das Blut von speziell gezüchteten Krebsmäusen untersucht, die als Modell für menschliche Lungenkarzinome dienen. Darin konnten sie charakteristische Eiweißgruppen identifizieren, die beim kleinzelligen Lungenkrebs und beim sogenannten Adenokarzinom auftraten. Anschließend verglichen sie die Befunde mit dem Blut menschlicher Lungenkrebspatienten. Dazu standen ihnen Blutproben von 28 frisch diagnostizierten Lungenkrebspatienten zur Verfügung und weitere 26 Blutproben von Lungenkrebspatienten, die bereits bis zu einem Jahr vor der Diagnose genommen worden waren.

Der Vergleich mit dem Mäuseblut habe verblüffende Ähnlichkeiten gezeigt, berichten die Forscher. Zur Kontrolle untersuchte Blutproben gesunder Probanden zeigten dagegen keine auffälligen Proteinkonzentrationen. "Eine wichtige Eigenschaft unserer Studie ist, dass wir in der Lage waren, die Befunde aus den Mausmodellen für Lungenkrebs in Blutproben von Menschen mit Lungenkrebs replizieren konnten – sowohl zum Zeitpunkt der Diagnose, als auch – das ist wichtig – vor dem Auftreten von Symptomen und der Diagnose", betont Hanash in einer Mitteilung seines Instituts. "Das bedeutet, dass die Entwicklung eines Bluttests für Lungenkrebs zunehmend in Reichweite kommt", ist der Forscher überzeugt. Zunächst untersuchen die Wissenschaftler allerdings noch, wie zuverlässig die Proteinmarker Lungenkrebs erkennen und wie oft sie falschen Alarm schlagen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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