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Revanche für Fifa-Ermittlungen Russland will Mondlandung untersuchen

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Astronaut Edwin E. Aldrin vor der US-amerikanischen Flagge auf dem Mond.

Es ist wohl so absurd, wie es klingt: Ein russischer Offizieller schlägt vor, die Mondlandungen unter die Lupe zu nehmen. Er wolle ermitteln, was mit den Originalaufnahmen und dem Mondgestein passiert ist. Das Ganze ist offenbar eine Provokation.

Ein Sprecher der russischen Strafverfolgungsbehörde SKR hat vorgeschlagen, die Mondlandungen der US-Amerikaner von 1969 bis 1972 im Rahmen eines Untersuchungsverfahrens genauer unter die Lupe zu nehmen. In einer Kolumne für die russische Zeitung "Izvestia", die von der "Moscow Times" übersetzt wurde, bestreitetet Vladimir Markin zwar nicht per se, dass die US-Amerikaner auf dem Mond gelandet seien. Er fordert jedoch eine Untersuchung, was mit den Originalaufnahmen der Mondlandung von Apollo 11 im Jahre 1969 passiert ist. Er will demnach auch herausfinden, wohin das Mondgestein verschwunden ist, das die USA bei mehreren Mondmissionen gesammelt und auf die Erde gebracht haben.

"Wir streiten nicht ab, dass sie zum Mond geflogen sind und behaupten nicht, dass sie nur einen Film darüber gedreht haben", schreibt Markin nach Angaben der Moscow Times. "Aber all diese wissenschaftlichen - oder vielleicht kulturellen - Artefakte sind ein Teil des Vermächtnisses der Menschheit, und ihr spurloses Verschwinden unser gemeinsamer Verlust. Eine Ermittlung könnte zeigen, was passiert ist."

"FBI hat sich zum Schiedsrichter erklärt"

Bereits im Jahr 2009 hat die Nasa eingestanden, dass die Originalaufnahmen der Mondlandung aus finanziellen Gründen gelöscht und überschrieben wurden. Inzwischen hat die Weltraumorganisation aber aus sekundären Quellen Kopien der Mondlandung wiederhergestellt. Auch das Mondgestein ist nicht verschwunden, sondern zum großen Teil im "Johnson Space Center" der Nasa verwahrt.

Am Ende bleibt vor allem die Provokation. Die Vermutung liegt nahe, dass Markin weder ernsthaft an der Mondlandung zweifelt noch tatsächlich über ein Ermittlungsverfahren nachdenkt. In seiner Kolumne schreibt er auch über die Ermittlungen des FBI gegen den Weltfußballverband Fifa. Kritik daran kam bereits von höchster Stelle aus dem Kreml.

Markin ist der Ansicht, dass die US-Behörden mit den Ermittlungen gegen die Fifa eine Grenze überschritten haben. "Die US-Ermittler haben sich selbst zum obersten Schiedsrichter der Angelegenheiten des internationalen Fußball erklärt", schreibt Markin. Deshalb, so schlägt er vor, könnte man den Spieß auch umdrehen: Internationale Ermittler sollten undurchsichtige Episoden der amerikanischen Vergangenheit genauer unter die Lupe nehmen.

Quelle: n-tv.de, fma

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