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Nach 8,6 Milliarden Kilometern Sonde "Ulysses" am Ende

Nach 17 Jahren müssen die Raumfahrtbehörden ESA und NASA am 1. Juli die Beobachtung der Sonne durch die Sonde "Ulysses" einstellen. Der 370 Kilogramm schwere Satellit habe seine erwartete Lebensspanne bereits um das Vierfache überschritten und werde nun wegen sinkender Energieproduktion ausfallen, teilte die ESA in Paris mit. Demnach werden die Geräte der Sonnensonde einfrieren und nicht mehr funktionstüchtig sein.

"Wenn die letzten Datenbits empfangen sind, wird es sicher schwer, Abschied zu nehmen", sagte der "Ulysses"-Manager Nigel Arnold von der ESA. "Die wissenschaftlichen Entdeckungen in den "Ulysses"-Daten werden aber noch Jahre anhalten." "Ulysses" verdankt die Wissenschaft eine ganze Reihe wesentlicher Erkenntnisse über das Zentralgestirn und dessen Wirkung auf das Sonnensystem.

8,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt

Die Sonde war im Oktober 1990 durch das Space Shuttle "Discovery" ins Weltall gebracht worden und erreichte 16 Monate später ihre Umlaufbahn. Mittlerweile hat "Ulysses" 8,6 Milliarden Kilometer hinter sich gebracht und als einzige Sonde die Pole der Sonne überflogen. In 17 Jahren umkreiste sie in großem Abstand nur zweieinhalb Mal das Zentralgestirn. Tatsächlich war die Sonde am nächsten an der Sonne, als sie noch auf der Erde war.

Dennoch habe das Gemeinschaftsprojekt Europas und der USA "die Betrachtung der Sonne und ihres Einflusses auf den umgebenden Raum für immer verändert", sagte ESA-Wissenschaftsleiter David Southwood. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war, dass das Magnetfeld des Sterns das Sonnensystem stärker beeinflusst als gedacht. Und die Geschwindigkeit des Sonnenwindes - ein konstanter Partikelstrom - ist nach den Sondendaten meist doppelt so hoch wie von den Forschern zunächst erwartet. Die Geräte von "Ulysses" zeigten auch, dass aus dem tiefen Raum ins Sonnensystem eintretender kosmischer Staub mindestens 30 Mal häufiger vorkommt als angenommen.

Belege für den Urknall

Und überraschend lieferte die nun sterbende Sonde auch Belege für Theorien über den Urknall und das voraussichtliche Schicksal des Universums, indem sie Helium-Isotope analysierte, deren Entstehung Milliarden von Jahren auseinander lagen. Diese Daten stützen laut NASA die Theorie, dass das Universum "am Ende der Zeit nicht in sich zusammenfallen wird".

Quelle: ntv.de

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