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Waffe gegen gefährlichsten Hautkrebs Sonnenmilch schützt vor Melanom

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Ein Hautarzt untersucht mit einem Vergrößerungsglas die Haut einer Patientin bei einer Hautkrebs-Früherkennung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Langzeituntersuchung in Australien zeigt, dass Menschen, die regelmäßig Sonnencreme benutzen, seltener an Melanom, dem aggressivsten Hautkrebs, erkranken als andere. Diese Resultate sind besonders für Menschen wichtig, die in sehr sonnigen Regionen leben oder diese regelmäßig bereisen.

Sonnenmilch schützt auch vor schwarzem Hautkrebs. Dies ist Resultat einer über viele Jahre laufenden Studie aus Australien. Dass der Sonnenschutz seine Nutzer vor vielen anderen Hautproblemen bewahrt, war bereits vor dieser Untersuchung belegt. Nun weitet ein Team um Adele Green vom Royal Brisbane Hospital in Australien die Belege auch auf den Schutz vor dem gefährlichsten Hautkrebs aus: dem Melanom.

Dieser schwarze Hautkrebs streut schon früh Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Körper. Jährlich erkranken nach Angaben der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister und des Robert Koch-Instituts allein in Deutschland rund 16.000 Menschen an einem Melanom. Besonders stark gefährdet sind aber die Menschen in Neuseeland und Australien.

Doppelt so viele Erkrankungen bei weniger Schutz

1992 begann im australischen Queensland eine umfassende Untersuchung. Mehr als 1600 Menschen nahmen teil. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Hälfte schützte sich täglich mit Sonnenmilch (mindestens Lichtschutzfaktor 15), die Probanden der zweiten Gruppe lediglich nach eigenem Ermessen und daher seltener. Die Auswertung von 1996 berücksichtigte, wie viele Teilnehmer beider Gruppen die häufigeren und weniger bösartigen Hauptkrebsarten Basaliom und Plattenepithelkarzinom bekommen hatten.

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Nicht ratsam: stundenlanges Brutzeln in der Sonne.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Über diese Zeit hinaus, so schreibt das Team um Green im „Journal of Clinical Oncology“, wurden die Teilnehmer aber noch bis zum Jahr 2006 beobachtet. Zehn Jahre nach dem Ende der ursprünglichen Studie gab es in der Gruppe, die täglich zur Sonnenmilch griff, 11 neue Melanome. In der anderen Gruppe fanden sich 22 derartige Fälle. Diese Resultate seien besonders für jene Menschen wichtig, die in sehr sonnigen Regionen wie Australien und Neuseeland lebten, schreiben die Forscher. „Sie haben aber auch Bedeutung für hellhäutige Menschen in Nordamerika und Europa, die durch ihre Vorliebe für Urlaube in sonnigen Regionen ein erhöhtes Risiko für Melanome tragen.“

Sonnenbelastung im Kindesalter entscheidend

Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg spielt die Belastung der Haut durch Sonne oder Solarien bei Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen eine entscheidende Rolle. Beim Melanom sind die Zusammenhänge mit der UV-Strahlung weniger eindeutig, heißt es bisher beim DKFZ. Und weiter: „Eventuell spielt die Sonnenbelastung im Kindesalter eine Rolle für die Krebsentstehung bei Erwachsenen.“

Quelle: ntv.de, dpa

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