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Stärker, größer, massiger Sport in der Jugend stärkt die Knochen

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Die Gefahr von Brüchen im Alter wird durch Sport in der Jugend geringer.

(Foto: REUTERS)

Wer in frühen Lebensjahren Sport treibt, tut seinen Knochen etwas Gutes. Gezielte Belastung kann einzelne Teile des Skeletts deutlich verfestigen. Vor allem im Alter macht sich das Training bemerkbar, natürlicher Verschleiß ist dennoch nicht zu verhindern.

Wer in seiner Jugend Sport treibt, profitiert offenbar auch noch im Alter davon: Bei ehemaligen Baseball-Spielern ist der Oberarm-Knochen ihres Wurfarmes selbst Jahrzehnte nach dem Ende ihrer Sportkarriere deutlich größer und stärker als der des weniger genutzten Armes, wie eine Studie zeigt. Ob dies auch an besonders Osteoporose-gefährdeten Knochenstellen die Gefahr von Brüchen im Alter senke, müsse noch untersucht werden, schreiben die Forscher in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften in den USA.

Das Team um Stuart Warden von der Indiana University in Indianapolis hatte insgesamt 103 professionelle Baseballspieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Karriere untersucht. Darunter waren aktive Spieler, ehemalige Spieler und solche, die auch nach dem Ende der Profi-Karriere weiter Bälle geworfen hatten. Die Wissenschaftler vermaßen den Oberarm-Knochen des Wurfarmes und den des anderen Armes und bestimmten Faktoren wie Knochenstärke, -dichte und -masse. Sie verglichen die Messwerte zudem mit Probanden, die keine Werfer waren.

Effekt noch nach 50 Jahren deutlich

Hintergrund der Untersuchung ist, dass sich Knochen durch Belastung verfestigt. Er wird größer und stärker. Dies zeigte sich erwartungsgemäß auch bei den Baseball-Spielern: Der Oberarmknochen ihres Wurfarmes war fast doppelt so stark wie der ihres anderen Armes. Er war auch größer und er hatte eine größere Masse.

Selbst 50 Jahre nach dem Ende der Karriere war etwa die Hälfte der durch den Sport hinzugewonnen Knochengröße und ein Drittel der Stärke im Wurfarm noch erhalten. Der Gewinn an Knochenmasse hingegen war nicht mehr messbar. Bei den Sportlern, die nach Karriereende weiter aktiv geblieben waren, etwa als Trainer, war der Verlust an Knochenmasse etwas geringer und der Erhalt an Knochenstärke etwas größer.

"Letztlich zeigen die gegenwärtigen Daten, dass körperliche Aktivität während der Jugend lebenslangen Nutzen für Knochengröße und Knochenstärke bringt", betonen die Forscher, auch wenn das Einstellen der Aktivität mit altersbedingten Veränderungen in Knochenmasse und Struktur verbunden sei.

Quelle: ntv.de, sno/dpa