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Höchstwahrscheinlich gibt es unzählige Exoplaneten.
Höchstwahrscheinlich gibt es unzählige Exoplaneten.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 11. Juli 2014

Ferne Planeten mit sperrigen Titeln: Ssc2005-10c sucht einen cooleren Namen

Himmelskörper haben oft sperrige Bezeichnungen. Was Planeten angeht, sind "Venus", "Mars" oder "Jupiter" eher die Ausnahme, Namen wie "OGLE-2005-BLG-390Lb" hingegen die Regel. Das soll sich nun ändern - und jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

Exoplaneten

"Exoplaneten" oder "extrasolare Planeten" sind Planeten, die nicht zu unserem Sonnensystem gehören, sondern andere Sterne umkreisen.

"MOA-2007-BLG-192-Lb", "Ssc2005-10c" oder "OGLE-2005-BLG-390Lb" - so heißen drei Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Mehr als 1800 solcher Exoplaneten haben Astronomen bislang entdeckt. In wissenschaftlichen Publikationen stellen sperrige Namen zwar kein Problem dar - schön sind sie aber nicht. Und zudem äußerst unpraktisch, wenn man in der Öffentlichkeit über diese Himmelskörper sprechen möchte.

Die Internationale Astronomische Union (IAU), die für die Bezeichnung von Himmelskörpern verantwortlich ist, will das nun ändern. In einem weltweiten Wettbewerb sollen für ausgewählte Planeten nun umgänglichere Namen gefunden werden. Am Ende darf die Öffentlichkeit über die Vorschläge abstimmen, im August 2015 will die Organisation die Ergebnisse verkünden. Die IAU betont, die dann gefundenen Namen würden nicht die Wissenschaftliche Nomenklatur ersetzen - sie wären aber als offizielle Bezeichnungen weltweit gültig.

Der Wettbewerb zur Namensfindung wird in mehreren Abschnitten stattfinden. Die IAU hat bereits 305 Exoplaneten ausgewählt, die für eine Benennung in Frage kommen. Astronomie-Vereine und andere Non-Profit-Organisationen können aus dieser Liste 20-30 auswählen und ab Dezember 2014 Namensvorschläge einsenden - nach strengen Regeln. So darf ein potenzieller Name zum Beispiel nicht mehr als 16 Buchstaben beinhalten, sollte vorzugsweise aus einem Wort bestehen und darf nicht zu viel Ähnlichkeit zu einem bereits benannten astronomischen Objekt besitzen. Auch nicht erlaubt sind Namen von Haustieren, Namen lebender Menschen oder mit kommerziellem Hintergrund.

Ab März 2015 wird die Weltöffentlichkeit in den Prozess mit eingebunden. Auf der Webseite nameexoworlds.org kann sich jeder registrieren und dann für die jeweiligen Favoriten abstimmen. Nach einer erneuten Prüfung der IAU werden die Himmelskörper dann im August 2015 in einer offiziellen, öffentlichen Zeremonie in Honolulu benannt.

Quelle: n-tv.de