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Ohren auf bei der Partnerwahl Stimme ist Seitensprung-Indikator

Männer mit einer tiefen Stimme neigen eher dazu, untreu zu sein. Das glauben offenbar unbewusst die meisten Frauen - schenkt man einer US-Studie Gehör. Und auch umgekehrt gibt es da eine Tendenz. Doch ob und wie Stimmlage und Untreue tatsächlich zusammenhängen, ist unklar.

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Lass hören, wie du sprichst – und ich sage dir, wie treu du bist: Eine US-Studie findet heraus, dass Menschen unterbewusst bei der Partnerwahl auf die Stimme ihres Gegenübers achten – um daran zu erkennen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass er oder sie fremdgeht. Frauen vermuten potenzielle Fremdgänger dabei eher unter Männern mit tiefen Stimmen. Das männliche Geschlecht hingegen schätzt Frauen mit hohen Stimmen eher als untreu ein.

Die Studie wurde im US-Journal "Evolutionary Psychology" veröffentlicht. Es ist die erste Studie, die die Stimmlage mit vermeintlicher Untreue in Beziehung setzt. Sie liefert Einblicke in die Evolution der menschlichen Stimme und auch in die Mechanismen, die bei der Partnerwahl eine Rolle spielen.

"Hinsichtlich der Herangehensweise bei der Partnerwahl haben wir herausgefunden, dass Männer und Frauen die Stimmlage als ein Warnsignal für spätere Untreue nutzen. Je attraktiver eine Stimme – bei Frauen eine höhere, bei Männern eine tiefere Stimmlage - desto wahrscheinlicher wird die Bereitschaft zum Seitensprung eingeschätzt", sagt die Leiterin der Studie, Jillian O'Connor.

Evolutionärer Schutzmechanismus

"Untreue hat große Auswirkungen im emotionalen Bereich, kann aber auch finanzielle Kosten und einen potenziellen Verlust der Familieneinheit mit sich bringen. All dies lässt vermuten, dass wir durch den evolutionären Prozess gelernt haben, diejenigen Partner zu vermeiden, die untreu sein könnten – gewissermaßen als ein Schutzmechanismus", sagt sie weiter.

Im Rahmen der Studie wurden den Probanden zwei Versionen derselben männlichen oder weiblichen  Stimme vorgespielt. Sie wurde elektronisch manipuliert, sodass sie jeweils eine höhere oder tiefere Stimmlage hatten. Die Wissenschaftler wollten dann von den Teilnehmern wissen, welche der beiden "Stimmen" wahrscheinlicher bereit wäre, seinen Partner zu betrügen.

"Der Grund dafür, dass die Stimmlage die Wahrnehmung des Fremdgehens beeinflusst, liegt wahrscheinlich in der Verbindung von Stimme, Hormonen und Untreue", erklärt der Psychologe David Feinberg, der die Studie als Berater begleitete. "Männer mit einem höheren Testosteronlevel haben normalerweise tiefere Stimmen, und Frauen mit einem hohen Östrogenlevel haben normalerweise höhere Stimmen." Ein hohes Niveau dieser Hormone werde mit ehebrecherischen Verhalten assoziiert. "Unsere Ergebnisse deuten an, dass Menschen bei der Partnerwahl unterbewusst diese Verbindung herstellen", sagt Feinberg.

Quelle: ntv.de, fma