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Vorteil auch für Ungeimpfte Studie: Impfung lindert Long-Covid-Symptome

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Eine Corona-Impfung kann das Long-Covid-reduzieren, sagen britische Forschende.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Eine Impfung gegen Corona schützt nicht nur vor schweren Verläufen, sondern auch vor Long Covid, sagen britische Experten. Und nicht nur das: Auch Ungeimpfte mit langanhaltenden Beschwerden nach einer Infektion können demnach von einem nachträglichen Piks profitieren.

Corona-Impfungen schützen vor schweren Krankheitsverläufen. Aber auch gegen Long Covid sollen sie hilfreich sein, findet die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency nun heraus. Und nicht nur das: Bei Ungeimpften, die bereits an Covid-19 erkrankt sind und unter langanhaltenden Folgebeschwerden leiden, kann eine Spritze die Symptome lindern.

Unter Long Covid werden Beschwerden zusammengefasst, die mindestens vier Wochen nach einer Corona-Infektion immer noch bestehen oder als Folge einer Erkrankung auftreten. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO sind das unter anderem Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Muskelschmerz, Geruchs- oder Geschmacksstörungen, Depressionen oder Angstzustände.

Ob diese Symptome durch eine Impfung reduziert werden können, hat die UK Health Security Agency in einer umfangreichen Analyse überprüft. Dafür wurden Daten aus 15 internationalen Studien ausgewertet und zusammengefasst - mit dem Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, an Long Covid zu erkranken, ist bei Personen, die sich infiziert haben, geringer, wenn sie eine oder zwei Dosen eines Impfstoffs erhalten haben. Das sei auch noch sechs Monate nach der Impfung gültig, schreiben die Forschenden. Und: Die Art des Impfstoffes - ob Vektor oder mRNA - spielt demnach keine Rolle.

Zudem fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Hinweise darauf, dass auch Ungeimpfte, die nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 an Long Covid litten, von einer nachträglichen Impfung profitieren können: Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der verschiedenen Studien habe sich gezeigt, dass Long-Covid-Patientinnen und -Patienten, die anschließend geimpft wurden, im Durchschnitt geringere und weniger starke Long-Covid-Symptome aufwiesen als diejenigen, die ungeimpft blieben.

Jeder dritte Infizierte von Long Covid betroffen

Warum die Impfung zu einer Verbesserung der Symptome führen kann, konnte die Auswertung nicht klären. "Der Begriff Long Covid deckt ein breites Spektrum von Post-Covid-Zuständen ab, sodass wir noch nicht alle beteiligten Prozesse vollständig verstehen", sagte Immunologin Deborah Dunn-Walters gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian".

Eine Theorie ist, dass die Impfung den Körper unterstützt, Entzündungsherde, die zum Beispiel durch noch existierende Virusfragmente bestehen, zu beseitigen. Denkbar wäre aber auch, dass die Corona-Spritze die Immunantwort wieder ins Gleichgewicht bringt, falls die Symptome die Folge einer überschießenden Immunreaktion sind.

Die britischen Experten geben allerdings auch zu bedenken, dass sich in vereinzelten Fällen die Symptome nach der Impfung auch verschlechtert hätten. Dazu seien weitere Untersuchungen notwendig.

Laut der britischen Gesundheitsbehörde gaben im Dezember 1,3 Millionen Briten an, von Long-Covid-Symptomen betroffen zu sein. Genaue Daten zur Anzahl der Betroffenen in Deutschland gibt es nicht. Aus einer Untersuchung von Forschenden der Oxford-University mit 270.000 Genesenen geht jedoch hervor, dass rund ein Drittel aller Infizierten drei bis sechs Monate nach ihrer Infektion mindestens ein Long-Covid-Symptom entwickeln. "Dieser Bericht unterstreicht erneut, wie wichtig es ist, dass sich alle Menschen, unabhängig von ihrem Alter, gegen Covid-19 impfen lassen", resümiert Dunn-Walters.

Quelle: ntv.de, hny

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