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Montag, 08. August 2016

Schüler machen viel mehr Fehler: Studie: Rechtschreibreform war ein Flop

Die große Reform sollte das schwierige Verhältnis der Deutschen zur Rechtschreibung ihrer Sprache verbessern. Doch seit die neuen Regeln vor 20 Jahren in Kraft traten, haben sich die Rechtschreibleistungen der Schüler noch verschlechtert.

20 Jahre nach Einführung der Rechtschreibreform monieren Forscher eine zunehmende Rechtschreibschwäche an den Schulen. Bei Schülern der Unterstufe (5. bis 7. Klasse) sei die durchschnittliche Fehlerzahl in Vergleichsdiktaten von vier Fehlern in den 1970-er Jahren auf sieben Fehler in den 2000-er Jahren gestiegen, zitierte die "Bild"-Zeitung aus einer Studie des Saarbrücker Bildungsforschers Uwe Grund. Rund die Hälfte aller Schüler der 9. Klasse verfügen demnach bundesweit über "nicht ausreichende" Rechtschreibkenntnisse.

Der Studie zufolge entfallen in Vergleichsarbeiten 75 Prozent der gemachten Fehler "auf die drei wichtigsten Reformbereiche: Getrennt-/Zusammenschreibung, Groß-/Kleinschreibung und die s-Schreibung". Die Rechtschreibreform sei "ein Flop", resümierte Grund, der für seine Untersuchung viele Studien zur Rechtschreibreform ausgewertet hat.

Gerade beim "Herzstück der Reform" - den Änderungen bei der Verwendung von "ß" und "ss" - hätten sich die Erwartungen "offensichtlich nicht erfüllt", sagte Grund. Bei der Unterscheidung der Wörter "das" und "dass" hätten "die Schüler, und nicht nur sie, mehr Probleme als früher".

Quelle: n-tv.de