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Eichhörnchen oder Abenteurer? Studierende stoppen die Aufschieberitis

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In der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten wird endlich geschrieben statt prokrastiniert.

(Foto: picture alliance / dpa)

Staubsaugen, Abwaschen, Fensterputzen - wenn all die schnöden Alltagsdinge vorgezogen werden, dann ist das Prokrastination. Dagegen kämpfen Tausende an. Mit ein paar vielversprechenden Techniken kann man gegensteuern.

In Hochschulen auf der ganzen Welt trafen sich vergangene Nacht Studierende und Interessierte mit Schreibblockade zur "Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten". In Deutschland beteiligten sich rund 20 Universitäten. Wer wollte, konnte Vorträge zu Zeitmanagement, autogenem Training, dem Umgang mit Quellen und Regeln zum Zitieren besuchen.

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(Foto: Twitter: verve_l)

Diplom-Psychologin Angelika Wuttke, die die Aktion in Düsseldorf organisiert, erforscht das Phänomen Prokrastination schon seit 25 Jahren. Gehäuft komme das Thema seit der Bologna-Reform auf, sagt sie. Während man früher so lange studieren konnte, wie man wollte, gibt es bei Bachelor und Master Zeitgrenzen. "Jetzt kommen die Studenten unter Druck, das wird zum Problem".

Strategie und Taktik

Unter dem Hashtag #lndah feuerten sich Betroffene nicht nur gegenseitig an, es gab auch Schreibstrategien von den Profis. Da gibt es zum Beispiel die Eichhörnchen-Taktik: Wer wie ein gut organisierter Nager arbeitet, recherchiert, gliedert und schreibt dann immer an der Stelle weiter, auf die er gerade Lust hat. Anders als der Planer: Der überlegt sich eine Struktur und bemüht sich ganz kontinuierlich um sein Werk.

Jedoch sollte er sich davor in Acht nehmen, einen Tunnelblick zu bekommen und nicht mehr nach rechts und links zu schauen. Genau das kann dem Abenteurer nicht passieren: Er tippt wild drauf los und sieht hinterher, was für eine Struktur sein Text hat. Die Ideen kommen ihm beim Schreiben.

Wichtig sei auch, sich nicht vom Suchen nach der perfekten Formulierung verrückt machen zu lassen, twitterte das Schreibzentrum Frankfurt. Manchmal helfe es, ohne großes Kopfzerbrechen mehrere Versionen zu verfassen und hinterher auszusieben. Unterm Strich dauere das auch nicht länger. Überhaupt sei die beste Strategie, alle drei zu kombinieren. Vor lauter Zwitschern über die Techniken stellte im Morgengrauen eine Userin fest: "Ich merke gerade … auch Twitter kann einen vom Arbeiten abhalten."

Quelle: ntv.de, ahe/dpa