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Plötzliche Todesfälle belasten besonders Trauerbegleitung lindert Kummer

Wenn ein Mensch stirbt, ist das Leid bei den Angehörigen und Freunden groß. Aber was früher schon jede Dorfgemeinschaft wusste, bestätigt nun auch eine Studie: Wenn man mit seiner Trauer nicht allein bleibt, wird es leichter.

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Gemeinsam lässt sich Trauer besser tragen:Prinzessin Beatrix und ihre Schwiegertochter Mabel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Menschen, die nach einem Todesfall Trauerbegleitung in Anspruch nehmen, können besser mit den Belastungen umgehen als Menschen, die mit ihrer Trauer alleine bleiben. Das ergab eine aktuelle Befragung im Auftrag des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV), die in Berlin vorgestellt wurde. "Plötzliche Todesfälle durch Unfall, Suizid oder Herzversagen führen zu besonders hohen Belastungen der Angehörigen", sagte Michael Wissert, Soziologe an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, die die Befragung vornahm, bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Wissert hatte für das Forschungsprojekt etwa 680 trauernde Menschen interviewt. Die Teilnehmer schätzten dabei ihre Belastungen unmittelbar nach dem Todesfall und zum Zeitpunkt der Befragung ein. Frauen empfanden laut der Studie eine höhere Gesamtbelastung direkt nach dem Todesfall als Männer. Mit zeitlichem Abstand zum Verlust zeigten Männer und Frauen dasselbe Maß an Trauer.

Verlust von Kind oder Partner am schlimmsten

Die meiste Trauer empfanden Menschen, die ein Kind oder einen Partner verloren hatten. Dabei löste der Unfalltod eines Angehörigen die stärksten Belastungen aus. Zu den am häufigsten genannten Symptomen gehörten eine Beeinträchtigung des Gesundheitsverhaltens, der sozialen Integration und der allgemeinen Sicht auf "Weltbild und Werte". Die Art der Trauerbegleitung wirkte sich nicht unterschiedlich aus. Laut DHPV hatten Einzelbegleitung, Trauergruppe oder Trauer-Café gleichermaßen positive Effekte. Bei der Trauerbegleitung schätzten die Teilnehmer vor allem das "Zuhören", die "Akzeptanz" und den "Austausch" mit dem Begleiter.

Für das Projekt wurden außerdem rund 320 Trauerbegleiter befragt. Die Erhebung zeigte laut DHPV, dass diese zu einem Viertel aus Sozialarbeit und Pflege kommen. 40 Prozent hätten eine andere berufliche Grundqualifikation. Sie alle eine, dass sie sich in der Regel "aus eigener Betroffenheit" für die ehren- oder hauptamtliche Arbeit einsetzten. Kinder und Jugendliche spielen bei ihrer Tätigkeit eine besonders große Rolle: 40 Prozent der begleiteten Menschen sind noch nicht volljährig.

Quelle: n-tv.de, AFP